Bald ist wieder Laichzeit! von Falke


Unsere Amphibien haben es heutzutage schwer. Falls sie nicht unterwegs auf Straßen überfahren, von landwirtschaftlichen Maschinen zerstückelt, in Straßen- oder Kellerschächte gefallen sind und dort qualvoll verenden, besteht die Chance, dass sie lebend ihre Laichgewässer zur Fortpflanzung erreichen.

Aus der Sicht einer Kröte sieht es oft genug, stark vermenschlicht, so aus:

Die Kröte kommt zum Straßenrand,
Asphalt durchschneidet jetzt ihr Land,
letztes Jahr wuchsen hier noch Bäume –
heute rasen Ungetüme mit grellen Lichtern durch die Nacht,
geben weder auf Menschen, noch auf Tiere acht.

Die Kröten sitzen verhalten im blendenden Licht,
sehen und erkennen die Gefahr die ihnen droht nicht –
schon geht ihr Weg weiter
sie wollen rüber zum Weiher.

Nur eines hat die Krötendame im Sinn,
drüben ist Hochzeit da will sie hin;
ihr Männchen klammernd auf ihrem Rücken sitzt
und ganz bequem mit rüber hüpft.

Für viele wird dies ein Ritt in den Tod
auf der Straße liegt schon vieler Amphibien Blut
zahlreiche tote ihrer Art,
manche huckepack, andere solo und unverpaart,
sie wollten am Seeufer Hochzeit halten ,
Nachwuchs zeugen, die Art erhalten.
Woher sie auch kamen, wie alt sie auch waren
so viele sind nun plattgefahren.

Was kümmert’s die Menschen - sie rasen,
zerstören die Welt, streben nach Erfolg und Geld,
achten oft nicht das eigene Leben
in ihrem „nach der Technik streben",
bauen Bomben basteln Waffen,
können sie den Tod nicht erwarten?

Dies ist die 2. Vertreibung aus dem Paradies
Gott uns alles wachsen ließ.
Der Mensch ist selber die böse Schlange,
dem Menschen wird es vor Menschen bange.

So manche hörten von der Kröten Tod,
möchten helfen in ihrer Not,
machten „Amphibienretten“ zu ihrem Hobby,
gründeten eine eigene Lobby.
So tagten bereits in mancher Stube
Erwachsene die früher als Mädchen oder Junge
entdeckt haben die Liebe zu Fröschen und Kröten,
um Einsätze zu planen und Leben zu retten.

Bereits jetzt zieht sich quer durchs Land
an zahlreichen Stellen am Straßenrand
oft sieht man ihn kaum,
zum Schutz der Amphibien, ein Krötenzaun.

Entlang dieses Zaunes in Eimern und Mulden
müssen sich Frösche und Kröten gedulden
auch Molche sind da, mehrere Arten,
die hier aufs rübertragen warten.
Sollten dies die Helfer vergessen,
werden sie am Zaun von Raben gefressen,
selbst Füchse, Dachse und anderes Getier,
warten auf ein „Tischlein deck dich“ hier.

In manchem Rathaus wurde geplant und gefummelt
letztendlich die Straße untertunnelt.
Man ging mit Willen und Einsatzstärke,
Handarbeit und Maschinen zu Werke
legt auch heute noch so gut man kann,
Laichplätze auf beiden Straßenseiten an.

Innzucht wird so natürlich nicht vermieden,
um das zu verhindern könnten nur grüne Brücken dienen.

Gibt es noch Hoffnung für unsere Welt,
jenseits von Erfolgsstreben, Gier und Geld?
Sie hat ja schon jetzt manch großen Riss
zwischen der Jetztzeit und dem Paradies.
Was wird unseren Kindern die Zukunft bringen,
kann uns das Radrumreißen noch gelingen?

Walter Rieck


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