Kategorie: Fantastische Bilder und ihre Geschichte


Eisbären und ein ausgefuchster Waffenstillstand

16. Dezember 2010 - 12:54 Uhr

Foto: Konrad Wothe, Zoonar-Bildnummer: 173211

Alljährlich im Herbst spielt sich in Churchill eines der faszinierendsten Naturschauspiele der Erde ab. Eine große Anzahl Eisbären versammelt sich zu dieser Zeit am Westufer der kanadischen Hudson Bay darauf wartend dass die Bucht zufriert. Erst dann können sich die ausgehungerten Bären auf den Weg in ihre Winterjagdgründe machen. Eine nicht minder große Zahl an Fotografen und Schaulustiger hat sich währenddessen im beschaulichen Städtchen Churchill eingefunden um das Spektakel mitzuerleben.

Foto: Konrad Wothe, Zoonar-Bildnummer: 173405

Für Naturfotografen ist Churchill ein Eldorado und jeder, der etwas auf sich hält kommt hierher. Nirgendwo sonst auf der Welt kann man Eisbären und die arktische Tierwelt besser fotografieren. Auch Konrad Wothe verbrachte hier mehrere Wochen. Mit Hilfe von Tundra-Buggys, speziellen schneetauglichen Fahrzeugen mit metergroßen Reifen, unternahm er zahlreiche Exkursionen. Meist ging es Richtung Hudsun Bay, wo der Churchill River ins Meer fließt und die meisten Eisbären auftauchen, machmal aber auch ins Landesinnere. Ein lohnenswerter Aufwand, denn Konrad Wothe bekam durch seine Beweglichkeit nicht nur Eisbären zu Gesicht. Seine Ausbeute aus dem vorwinterlichen Kanada kann sich wirklich sehen lassen: Polarfüchse, Sperbereulen, Schnee-Eulen, Timberwölfe, Elche, Vielfrasse und die wunderschönen schneeweißen Gerfalken  kamen ihm ebenso vor die Linse wie Eisbären mit und ohne Jungen. Die spektakulärste Aufnahme gelang Konrad Wothe jedoch von zwei streitenden Rotfüchsen.

Foto: Konrad Wothe, Zoonar-Bildnummer: 69974

Foto: Konrad Wothe, Zoonar-Bildnummer: 69970

Es war ein besonders verschneiter und kalter Tag, als sich der erfahrene Naturfotograf auf einer Anhöhe auf die Lauer legte und auf Eisbären wartete. Wegen der schlechten Sicht hatte er diesmal keine großen Hoffnungen auf tolle Bilder. Schon nach kurzer Zeit tauchte etwa 80 Meter von ihm entfernt ein kanadischer Rotfuchs auf. Mit seinem leuchtenden roten Fell war das Tier weithin sichtbar. Ein tolles Motiv! Doch es sollte noch besser kommen: Kurz darauf erschien ein zweiter Fuchs auf der Bildfläche und marschierte direkt auf seinen Artgenossen zu. Die nächsten 30 Sekunden wird Konrad Wothe nie vergessen: Die beiden Füchse lieferten sich einen spektakulären Zweikampf indem sie sich gegenüber aufrichteten und mit den Vorderpfoten einen Boxkampf veranstalteten, wie man ihn noch nicht gesehen hatte.

Foto: Konrad Wothe, Zoonar-Bildnummer: 69965

Foto: Konrad Wothe, Zoonar-Bildnummer: 69962

Foto: Konrad Wothe, Zoonar-Bildnummer: 172731

Konrad Wothe hielt den Atem an und drückte mehrfach auf den Auslöser: Unglaubliche Bilder! Doch plötzlich hielten die beiden Streithammel inne und setzen sich nebeneinander als wäre nichts gewesen. Was sollte das jetzt bedeuten? Beide Füchse blickten aufmerksam in die gleiche Richtung und als auch Konrad Wothe seinen Kopf drehte sah er warum: Ein ausgewachsener Eisbär kam schnellen Schrittes direkt in seine Richtung gelaufen. Jetzt hieß es Kamera und Schneeschutz packen und nichts wie weg ins sichere Fahrzeug. Er schaffte es gerade noch vor dem Bären. Ohne die Füchse wäre er vielleicht unter die Pranken des Bäres geraten. Der Bär schnüffelte noch eine Weile um den Buggy herum steckte kurz seine Schnauze durch ein Fenster und machte sich wieder von Dannen. Von den Füchsen fehlte hinterher ebenfalls jede Spur, doch Konrad Wothe hatte ihren ausgefuchsten Streit mit Waffenstillstand ja auf Film gebannt. Es sollten einige seiner besten Bilder von dieser Reise werden!

Foto: Konrad Wothe, Zoonar-Bildnummer: 172709

Konrad Wothe

Weitere Informationen über Konrad Wothe erhalten Sie unter:

http://www.naturbilder.de/wothe_moments_of_nature/

Text: Michael Krabs

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Ein Juwel in meinem Garten

25. November 2010 - 11:43 Uhr

Foto: Manfred Delpho, Zoonar-Bildnummer: 64473

Ein kurzer hoher Pfiff, und plötzlich ist er da! Ein funkelndes Juwel, das sich auf einer vom Abendlicht vergoldeten Sitzwarte niederlässt: Der Eisvogel. Dieser wohl schönste und farbenprächtigste Vogel lässt den Puls von Manfred Delpho höher schlagen. Fast täglich sitzt er in seinem Tarnzelt am Ufer des Teiches und beobachtet den “Kingfisher” bei seiner Arbeit.

Foto: Manfred Delpho, Zoonar-Bildnummer: 64452

Ein junges Eisvogel-Weibchen, zu erkennen am fleischfarbenen Unterschnabel, hat sich seinen Gartenteich als Jagdrevier ausgesucht. Vermutlich wollte es seinen Speiseplan erweitern. Meist wurden Larven, Insekten und auch kleine Frösche erbeutet. Fische fehlten zu dem Zeitpunkt gänzlich im Teich. Doch seine Fischration holte sich der Vogel im angrenzenden Bachlauf. Den ganzen Herbst über änderte sich nichts. Regelmäßig fand sich der Eisvogel am Teich ein und Manfred Delpho konnte eingehend das Verhalten und die verschiedensten Jagdtechniken des wundervollen Vogels beobachten.

Foto: Manfred Delpho, Zoonar-Bildnummer: 64465

Das er sein bestes “Fotomodell” ausgerechnet im eigenen Garten finden würde, hätte sich Manfred Delpho dennoch nie träumen lassen. Der Winter, der dem gefiederten Modell bevorstand, schickte sich an, ein „Jahrhundertwinter“ zu werden. Nach der ersten strengen Frostperiode waren alle Bäche und Teiche in der näheren Umgebung zugefroren. Da es sich bei seinem Teich um einen Quellteich handelt, vereisten einige Quadratmeter Wasserfläche nicht. Das nutzte der kleine Fischjäger aus. Er blieb Herrn Delpho treu und beherrschte von nun an sein Leben.

Da es mit zunehmender Frostdauer für den Eisvogel immer schwieriger wurde Nahrung finden, brachte der Naturfotograf zusätzlich Kleinfische im Teich aus. Natürlich wusste er damals noch nicht, auf was er sich da einließ: Dass der strenge Winter bis zum März dauern sollte und dass er nun täglich etwa vier Stunden bei Minustemperaturen im Eisvogelrevier verbringen würde.

Allmählich verlor der Eisvogel seine Scheu. Schließlich konnte sich Manfred Delpho bis auf wenige Meter annähern. Tag für Tag stürzte sich der Vogel ins eisige Wasser. Bei sehr strengem Frost erbeutete er bis zu 50 Fischchen am Tag, viel mehr als in der Fach-Literatur beschrieben wird. Geduldig lauert er auf einem Ast dicht über dem Wasser, bis er einen geeigneten Fisch entdeckt hat. Dann geht alles blitzschnell: Mit angewinkelten Flügeln taucht er ins Wasser, um seine Beute mit dem Schnabel zu packen. Nur jeder zehnte Fischzug ist erfolgreich, und um satt zu werden, muss der kleine Vogel täglich mehr als 100mal tauchen gehen.

Foto: Manfred Delpho, Zoonar-Bildnummer: 64486

Foto: Manfred Delpho, Zoonar-Bildnummer: 64476

Nach jedem Tauchgang wurde das Wasser aus dem Gefieder geschüttelt und ausgiebig Gefiederpflege betrieben, überlebenswichtig bei Frost, da die Federn sonst zusammenfrieren könnten. Zur Ruhe begab sich der Eisvogel meist in das angrenzende windgeschützte Gebüsch. Das dichte Gefieder wurde aufgeplustert und der Kopf zum Schlafen in das Rückengefieder gesteckt. Einmal benutzte er als Schlafplatz auch das Tarnzelt von Manfred Delpho. Durch eine Öffnung konnte er das schöne Tier aus allernächster Nähe betrachten. Ein unvergessliches Erlebnis. Einer dieser Momente, für die Manfred Delpho Naturfotograf geworden ist.

Manfred Delpho

Vom Genießen der Natur war es ein kleiner Schritt hin zu dem Wunsch, ihre Vielfalt festzuhalten und zu fotografieren. Über viele Jahre hinweg haben Manfred Delpho (57) und seine Frau Gisela (55) versucht die Schönheiten der Natur im Bild einzufangen: herrliche Landschaften, faszinierende Tiere und Pflanzen, verborgene Welten. Doch die Fotos sollen mehr sein als eine Dokumentation der Vielfalt und Schönheit. Anliegen der Delphos ist es, dem Betrachter die Faszination der Natur zugänglich zu machen, Begeisterung zu wecken und ihn dafür zu gewinnen, das „Wunder Natur“ zu schützen und zu erhalten. Mehr Fotos unter: www.delpho.de

Text: Michael Krabs

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Ein unglaublicher Tag mit Marmorrochen!

8. November 2010 - 15:45 Uhr

Foto: Werner Thiele, Zoonar-Bildnummer: 30158

Marmorrochen gehören zu den schönsten Lebewesen der Erde. Engelsgleich gleiten sie mit grazilen Bewegungen durchs Meer. Faszinierende Tiere, die von Unterwasserfotografen gerne aufgesucht werden. Im Mai 2004 begab sich Werner Thiele in die Reviere der Marmorrochen auf Cocos Island, 586 km vor der Küste von Costa Rica im Pazifik.

Im Mai ist Regenzeit in Mittelamerika. Schon beim Flug von Mexiko nach Costa Rica reichten die Wolkentürme auf 6000 m. Danach wurden Werner Thiele und Kollegen nochmals 36 Stunden lang auf der Überfahrt mit dem Schiff nach Cocos Island von den Wellen gebeutelt. Kaum einer kommt zum gemeinsamen Abendessen. Wer tolle Bilder machen will, muss manchmal leiden!

Cocos Island ist schwer zu erreichen, doch die Überfahrt zu den fischreichen Gewässern vor der ehemaligen Pirateninsel lohnt sich. An einem Tag sieht man hier mehr Fische als in einer ganzen Woche am Roten Meer.

Das Tauchen klappte dann wie am Schnürchen. Das Wetter vor der Kokosinsel war schön wie in der Trockenzeit. Gleich nach dem ersten Eintauchen sah Werner Thiele eine Schule Hammerhaie. Es sind so viele, dass er sie nicht zählen kann! Die skurrilen Haie mit der hammerförmigen Schnauze an deren Enden sich die Augen befinden, haben erstaunliche Fähigkeiten. Sie sind nicht nur schneller, als viele ihrer Artgenossen, sondern auch meist vor anderen Haien an Orten, wo es Beute zu machen gibt. Die bizarre Kopfform ist ihr Erfolgsgeheimnis: Der “Hammer” erhöht die Manövrierfähigkeit und die Sinnesleistungen der Haie um ein Vielfaches.

Die insgesamt 30 Tauchgänge vor Cocos Island hatten es in sich. Werner Thiele gelangen wunderbare Aufnahmen von Delphinen, Schildkröten, Mantas, Riffhaien und riesigen Schwärmen. Doch sein größtes Erlebnis war ein besonderer Tauchgang zu den Marmorrochen. Schon beim Abtauchen bemerkte er dass sich diesmal recht viele Rochen im Wasser befanden. Kurz darauf umkreisten sich einige der Tiere in einer Art Paarungstanz. Ihre Körper leuchteten weiß gegen den dunkelblauen Ozean auf wenn der Scheinwerfer sie traf. Wunderbare Bilder!

Foto: Werner Thiele, Zoonar-Bildnummer: 30157

In der Unterwasserfotografie kommt es oft darauf an zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Erfahrung, Fachwissen und ein Quäntchen Glück gehören dazu. Werner Thiele (www.blueoceanphotos.com) ist seit 17 Jahren Unterwasserfotograf. Er war in mehr als 30 Ländern, hat eine nach ihm benannte Fischart entdeckt (lat.: Grammonus Thielei) und konnte 2005 den Sieg in der Kategorie Weitwinkel bei der Weltmeisterschaft der Unterwasserfotografen für sich verbuchen. Doch die Paarung der Marmorrochen ist das, wovon er als erstes berichtet, wenn man in nach seinen größten Taucherlebnissen fragt.

Werner Thiele

17 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit Werner Thiele mit seiner ersten Kamera, in das kühle Nass der heimatlichen Tiroler Seen stieg. Seit dieser Zeit hat der Tiroler kaum eine Chance ausgelassen, sein immenses Talent hinter der Kamera bei Internationalen Fotowettbewerben unter Beweis zu stellen. Seit 1995 arbeitet Werner Thiele für verschiedene nationale und internationale Magazine. Die nächste Sprosse der Erfolgsleiter erklomm er mit der Firmengründung von Waterworld, die auf Vermittlung von exklusiven Tauchreisen spezialisiert ist. Werner Thiele ist erst 39 Jahre alt, aber in seinem Logbuch haben sich bereits über 6500 Tauchgänge in den verschiedensten Regionen der Welt angesammelt. Ein wenig sesshafter ist der rastlose Tauchprofi erst durch seine Heirat mit der Costaricanerin Hellen vor 10 Jahren Frau sowie die Geburt seiner Kinder Chiara (6) und Aragon (2) geworden. Einen Teil des Jahres lebt Werner Thiele aber nach wie vor „…zu Hause auf unserer Hacienda in Costa Rica“ wie er gerne erzählt.

Text: Michael Krabs

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Im Bann der Fischadler

27. Oktober 2010 - 12:35 Uhr

Foto: Gerhard Schulz, Zoonar-Bildnummer: 189697

Fischadler sind auf fast allen Erdteilen beheimatet. Sie leben in Wassernähe und sind die einzigen Greifvögel, die sich auf Fische spezialisiert haben. Einzigartig ist ihre Fangmethode: Fischadler stehen rüttelnd über der Wasseroberfläche in einer Höhe von bis zu 60 Metern, visieren einen Fisch an und stürzen sich dann mit angelegten Flügeln pfeilschnell in die Tiefe. Kurz vor der Wasseroberfläche werden die Fänge vorgesteckt und der Fisch unter Wasser ergriffen. Das ganze passiert in Sekundenschnelle und mit äußerster Präzision. Atemberaubend!

Foto: Gerhard Schulz, Zoonar-Bildnummer: 189782

Foto: Gerhard Schulz, Zoonar-Bildnummer: 189781

Gerhard Schulz hat die jagenden Adler häufig an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns beobachtet. Die spektakulären Jagdszenen zu fotografieren – das wär’s! Doch die Tiere waren zu weit entfernt und auch mit modernster Optik nicht groß genug ins Bild zu bekommen. Erst in Florida, ergab sich eine unerwartete Chance: Es war bereits der dritte Besuch von Schulz im Sonnenstaat. Die riesigen Everglades-Sümpfe, ausgedehnte Mangrovenwälder und daran angrenzende Wüstengebiete bieten unterschiedlichsten Tieren Lebensraum. Auch der Fischadler ist an der Küste häufig.

Bei einem Besuch in Fort Meyers Beach sah Schulz dann einen Adler, der sich etwa 80 Meter entfernt vom Strand ins Wasser stürzte und mit einem großen Fisch Richtung Horst flog. Und wieder dachte der Hamburger für sich: “Das wären Bilder!” Als er den Strand genauer unter die Lupe nahm, stellt er fest, dass man weit ins Wasser hinein noch stehen konnte. Ein flacher Sandbankstrand, noch dazu abgelegen und menschenleer! Gerhard Schulz war Feuer und Flamme. Alle anderen Fotoprojekte wurden augenblicklich verschoben. Er besorgte sich einen Neoprenanzug, spezielle Stative und Schutzfolien damit das Salzwasser nicht die teure Ausrüstung zerstören konnte. Von nun an stand Schulz drei Wochen lang von Morgens bis Abends im Wasser und wartete auf die Jagdzüge der Adler. Bald hatten sich die majestätischen Vögel an den merkwürdigen Zweibeiner gewöhnt und verloren ihre Scheu. Gerhard Schulz konnte die Jagd der Raubvögel im Detail fotografieren.

Foto: Gerhard Schulz, Zoonar-Bildnummer: 189755

Foto: Gerhard Schulz, Zoonar-Bildnummer: 189762

Doch es kam noch besser: Schulz stellte fest, dass es sich um ein Adler-Pärchen handelte, das nicht weit entfernt vom Strand seinen Horst hatte. Von einem Baum aus, konnte er dann auch noch die Aufzucht der Jungen dokumentieren. Einmalige Bilder!

Foto: Gerhard Schulz, Zoonar-Bildnummer: 189855

Erst nachdem Gerhard Schulz rund 50 Filme (!) entwickelt und begutachtet hatte und genau wusste, dass alle entscheidenden Szenen gelungen waren, setze er seine ursprüngliche Reise durch Florida fort. Obwohl ihm jetzt nur noch zwei Wochen blieben, kamen ihm noch erstaunliche Tiere vor die Linse.

Florida ist für Gerhard Schulz fast schon eine zweite Heimat geworden. Die vielfältige Natur, das angenehme Klima und nicht zu guter Letzt die Fischadler locken den Hamburger Fotoprofi immer wieder in den Sonnenstaat an der Westküste Amerikas und sorgen dafür, dass er trotz seines Wohnsitzes in Hamburg mittlerweile zu den bekanntesten Amerika-Fotografen zählt.

Gerhard Schulz

Der Wandsbeker stöberte schon als Kind in Tierzeitschriften und Naturbüchern, doch erst eine Reise nach Kenia 1987 gab ihm den Anstoß, das Erlebte mit dem Fotoapparat festzuhalten. Seitdem fotografiert er frei lebende Tiere, wild wachsende Pflanzen und Naturlandschaften, vornehmlich in deutschen Nationalparks, aber auch in ganz Europa und den USA.

Text: Michael Krabs

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Wo Elefanten zu Zwergen werden

20. Oktober 2010 - 15:52 Uhr

Stephan Tüngler im Mana Pools National Park, Simbabwe

Die Elefanten im Mana Pools National Park haben eine Lieblingsspeise für die sie alles tun würden: Die nahrhaften Früchte der Akazienbäume. Man sieht sie häufig unter den gewaltigen Bäumen, wo sie nach den Leckerbissen Ausschau halten. Doch die meisten Früchte wachsen selbst für die großen Dickhäuter zu hoch. So scheint es zumindest.

Foto: Stephan Tüngler, Zoonar-Bildnummer: 75926

Während seiner Fototour durch Simbabwe sah Stephan Tüngler einen Elefanten der sich auf die Hinterbeine stellte, um an die Früchte zu gelangen. Leider war der Elefant zu weit entfernt. Tüngler folgte dem Koloss auf Schritt und Tritt, in der Hoffnung, dass dieser seine akrobatische Meisterleistung wiederholen würde. Und tatsächlich: Nach einigen Minuten erhob sich der starke Bulle erneut auf seine Hinterbeine. Er reckte seinen langen Rüssel genau an der richtigen Stelle in die Höhe, um einige von den leckeren Früchten zu ergattern. Unter den mächtigen Akazien wirkte der Gigant wie ein Zwerg in einer Märchenwaldszenerie. Dieses Mal hatte Tüngler die Kamera parat: Ein wunderbares Bild!

Der Mana Pools National Park in Simbabwe ist vielleicht der einzige Ort auf der Welt, in dem ausgewachsene Elefanten wie Zwerge wirken können. In dem etwa fünf Kilometer breiten Waldstreifen entlang des Sambesi Flusses wachsen gigantische Akazienbäume, dicht an dicht. Da lohnt sich das “Männchen machen”. Doch nur die großen und schweren Bullen haben überhaupt eine Chance an die frischen Früchte zu gelangen. Sie bringen bis zu 7 Tonnen auf die Waage und man kann sich kaum vorstellen, dass sie sich damit auf zwei Beinen halten können. Doch sie tun es mit spielerischer Leichtigkeit! Was tut man nicht alles für einen Leckerbissen!

Stephan Tünglers Afrika-Bilder zeichnen sich durch eine besonders farbenreiche Optik und ungewöhnliche Perspektiven aus.

Stephan Tüngler

Stephan Tüngler (39) wohnt in Hamburg und hat vor 8 Jahren professionell mit der Naturfotografie begonnen. Im Zentrum seiner fotografischen Arbeit steht in den letzten Jahren die Tierfotografie in den Ländern des südlichen Afrikas. Dafür ist er mehrmals im Jahr in dieser Region der Erde für Fotoprojekte unterwegs. Seit 3 Jahrren gibt er seine Erfahrung weiter und ist zudem Organisator von Natur- und Fotoreisen speziell ins südliche Afrika. Mehr Infos dazu im Internet unter www.inafrica.de und www.tuengler.com

Text: Michael Krabs

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