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TEIL 5: Ablehnungsgrund: Unterbelichtung und Überbelichtung

16. November 2010 - 16:10 Uhr

Unterbelichtung

Moderne Kameras haben mittlerweile recht gute Belichtungsmesser, aber diese automatischen Sensoren arbeiten nicht immer perfekt und manchmal kommt es zu Unter- oder Überbelichtungen.

Sie können schon vor Ort beim Fotografieren die korrekte Belichtung Ihrer Bilder kontrollieren. Spiegelreflexkameras bieten auf dem Infomonitor (auf der Rückseite) die Möglichkeit, sog. Histogramme einzublenden (wie das geht finden Sie im Handbuch der Kamera). Ein Histogramm stellt die verschiedenen Helligkeitswerte im Bild in Abhängigkeit von Ihrer Häufigkeit dar.

Beispiel aus Photoshop, aus dem Tonwertkorrekturfilter, das Histogramm sieht auf dem Kameramonitor sehr ähnlich aus:

So ein Histogramm zu lesen ist nicht schwer. Die dunklen Helligkeitswerte sind links, die hellen rechts. Ein perfekt belichtetes Foto hat in der Regel weder am rechten oder linken Rand „Luft“ bzw. freien Platz. Die Höhe der „Berge“ gibt an, wie groß der Anteil eines bestimmten Helligkeitswerts im Bild ist. Das vorliegende Bild, das zu diesem Histogramm gehört, hat z.B. recht viele mittlere Helligkeitswerte. Es fällt sofort auf, dass der Gipfel ganz rechts, der die höchsten Helligkeitswerte markiert, deutlich nach links verrückt ist, es gibt also noch reichlich Platz zwischen dem Ende der Kurve und dem rechten Rand. Wenn Sie so etwas sehen, wissen Sie sofort, dass das Bild unterbelichtet ist.

Histogramm-Bild / Original:

Das Bild ist unterbelichtet und hat einen Farbstich (alles ist in Blau getaucht, auch wenn das vorherrschende Licht vielleicht blau war, ist es doch zu blau!).

Merke: Kontrollieren Sie bei schwierigen Lichtverhältnissen das Histogramm des Fotos an Ihrer Kamera, wenn das Histogramm auf der rechten Seite Platz zum Rand hat, liegt eine Unterbelichtung vor.

Wenn Sie eine Unterbelichtung bemerken, können Sie an Ihrer Kamera die Belichtungskorrektur benutzen. Wählen Sie eine positive Korrektur, z.B. +2/3 und fotografieren Sie das Motiv erneut. Kontrollieren Sie danach die Belichtung und korrigieren Sie ggf. nochmal, bis die Belichtung stimmt.

Was aber tun, wenn Sie erst zu Hause bemerken, dass das Bild unterbelichtet ist?

Sie können Unterbelichtungen begrenzt per Software korrigieren. Wenn Sie im RAW-Format fotografieren, lassen sich z.B. Fehlbelichtungen einfacher beheben. Sie können im RAW-Konverter nachträglich die Belichtung nach oben oder unten korrigieren ohne allzu große Verluste der Bildqualität zu erhalten. Es gibt eigene Schieberegler im Konverter, die allein dazu dienen, die Belichtung anzupassen. Sie brauchen nur wenig Einarbeitung, um herauszufinden, wie Sie die Fehlbelichtung korrigieren können.

Achtung: Wenn Sie unterbelichtete Bilder in der Belichtung korrigieren, also „heller“ machen, treten sehr schnell Artefakte und Bildrauschen in den zuvor dunklen Bildteilen auf. Hier hilft dann nur eine zusätzliche Entrauschung der betroffenen Bereiche. Achten Sie also bei Belichtungskorrekturen unbedingt auf Artefakte und Bildrauschen!

Was aber tun, wenn Sie nur im JPEG-Modus der Kamera fotografiert haben?

RAW-Konverter bieten in der Regel die Möglichkeit, JPEGs zu bearbeiten. Wenn Sie keinen RAW-Konverter haben oder damit nicht arbeiten wollen, bleibt Ihnen nur noch ein Bildbearbeitungsprogramm.

So können Sie Unterbelichtungen in Photoshop (andere Programme funktionieren analog) beheben:

Führen Sie eine Tonwertkorrektur durch. Das Menü dazu finden Sie unter Bild – Korrektur – Tonwertkorrektur. Wahlweise können Sie auch eine Einstellungsebene benutzen (diese bietet mehr Flexibilität).

Um die Belichtung zu korrigieren verschieben Sie das obere weiße Dreieck nach links, bis Sie näher an der Kurve sind. Sie können zusätzlich auch das graue Dreieck in der Mitte steuern, dieses beeinflusst den Kontrast. Der untere Regler steht für den Tonwertumfang und bestimmt, wie hell der hellste und wie dunkel der dunkelste Ton sein soll. Experimentieren Sie mit den Reglern und bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie Sie die Regler verschieben müssen, um das Bild besser aussehen zu lassen.
Sie können natürlich auch eine Auto-Tonwertkorrektur versuchen, dazu gibt es die „Auto“ Schaltfläche. Hier korrigiert Photoshop automatisch die Tonwerte, allerdings empfehlen wir Ihnen die manuelle Korrektur zu verwenden.

Manchmal müssen Sie zusätzlich, zur Korrektur der Unterbelichtung, noch die Sättigung erhöhen, mit dem Kontraste-Regler Kontraste verstärken (zu finden unter Bild – Korrektur – Helligkeit/Kontrast) und entrauschen.

Histogramm-Bild / Korrektur:

Bei diesem Bild wurde folgende Bearbeitung gemacht:

- Tonwertkorrektur

- Sättigung erhöht (getrennt für den Himmel und die Gebäude)

- Kontrast verstärkt

- Fotofilter eingesetzt – die Gebäude wurden gezielt etwas wärmer gemacht (also weniger blau)

- Schatten in den Bäumen mit der Funktion Tiefen/Lichter leicht aufgehellt

- entrauscht, weil das Bild nach der Aufhellung ziemlich stark rauschte

Beispiel für Adobe Lightroom:

Hier sehen Sie eine Vorher/Nachher Ansicht in Lightroom. Solche unterbelichteten Bilder wie in diesem Beispiel werden relativ oft eingereicht. Das Bild links wirkt trüb, trist und viel zu kalt. In Lightroom wurde die Farbtemperatur des Bildes leicht erhöht, so dass das Bild mehr Gelbanteil erhält, um den kühlen Farbton zu entfernen. Dann wurde die Belichtung leicht nach oben korrigiert, der Kontrast erhöht und die Wiederherstellung benutzt, um die jetzt leichte Überbelichtung im Gesicht des Schafes zu korrigieren. Abschließend wurden noch Lebendigkeit und Sättigung erhöht. Alles in allem dauerte die Bearbeitung nur wenige Sekunden.

Beispiel Adobe Photoshop / Original:

Mit einer Tonwertkorrektur, gezielter Erhöhung der Sättigung der blauen und gelben Bildbestandteile, dem Werkzeug Tiefen/Lichter und einer Erhöhung des Kontrastes sowie abschließender Rauschreduzierung ergibt sich dann dieses Bild:

Beispiel Adobe Photoshop / Korrektur:

Mit wenig Aufwand lassen sich aus tristen Bildern Fotos machen, die lebendiger wirken und von der Bildredaktion auch angenommen werden!

Merke: Vermeiden Sie Unterbelichtungen direkt beim Fotografieren, indem Sie das Histogramm Ihrer Bilder kontrollieren. Fotografieren Sie im RAW-Modus, so können Sie hinterher einfach und schnell Fehlbelichtungen im RAW-Konverter korrigieren. Die Korrektur per Bildbearbeitung ist möglich, benötigt aber mehr Zeit und ist nicht so effektiv wie die Schieberegler im RAW-Konverter. Bei Korrekturen von Unterbelichtungen können schnell Artefakte und Bildrauschen entstehen, die unbedingt entfernt werden müssen. Bei zu starken Unterbelichtungen ist das manchmal nicht mehr möglich! Das Foto ist in diesem Falle verloren.



Überbelichtung

Zum Thema Überbelichtung gibt es im Prinzip das gleiche wie bei der Unterbelichtung zu sagen: kontrollieren Sie die Belichtung am LCD-Monitor Ihrer Kamera. Lassen Sie sich das Histogramm anzeigen. Ein überbelichtetes Histogramm sieht zum Beispiel so aus:

Charakteristisch für Überbelichtung ist, dass sich die Helligkeitswerte am rechten Rand des Histogramms sammeln. Hier sieht man gut, dass das Bild fast nur helle Tonwerte hat und weitere Tonwerte kaum vorhanden sind.

Hier das dazugehörige Foto:

Wie Sie sehen, ist das Bild stark überbelichtet, die Farben sind blass und ausgewaschen.

Sie können solche Überbelichtungen, wie auch schon die Unterbelichtungen, korrigieren, indem Sie vor Ort bei der Aufnahme exemplarisch die Belichtung am LCD-Monitor Ihrer Kamera kontrollieren. Zusätzlich zum Histogramm bieten Spiegelreflexkameras auch eine Überbelichtungswarnung an. Wenn Sie diese aktivieren sind Überbelichtungen sehr einfach zu erkennen: im Vorschaubild auf dem LCD-Monitor blinken überbelichtete Bildbereiche.

Sie müssen jetzt einfach nur eine negative Belichtungskorrektur durchführen z.B. -1 und machen Sie das Foto nochmal. Kontrollieren Sie erneut die Belichtung.

Wenn Sie erst zu Hause feststellen, dass ein Bild überbelichtet ist und Sie dieses Bild aber trotzdem gerne verkaufen möchten, so können Sie, wenn Sie im RAW-Format fotografieren, nachträglich im RAW-Konverter ganz bequem die Belichtung anpassen. Wenn die Überbelichtung nicht zu massiv ist, geschieht das sogar ohne Qualitätsverlust!

In Adobe Lightroom müssen Sie einfach nur den Schieberegler für die Belichtung ein wenig nach links verschieben. Wenn Sie jetzt noch am Kontrast, an der Sättigung und Lebendigkeit, sowie am Aufhelllicht (um dunkle Bildbereiche wieder leicht aufzuhellen) arbeiten und einen Verlaufsfilter auf den Himmel anwenden, um dem Himmel noch zusätzlich Farbe zu geben, können Sie in weniger als 30 Sekunden dieses Ergebnis erzielen:

Von der vorherigen Überbelichtung ist nichts mehr zu sehen.

Wenn Sie im JPEG-Modus fotografiert haben, kann Adobe Lightroom (andere Programme teilweise auch) trotzdem Ihr Foto bearbeiten. Sie müssen hier nur wissen, dass JPEG-Bilder nicht so viel Bearbeitungsspielraum wie RAW-Bilder aufweisen und viel schneller Artefakte und abgerissene Tonwerte im Bild auftreten.

Wenn Sie keinen RAW-Konverter besitzen (oder wenn die mit der Kamera mitgelieferte RAW-Software diverse Funktionen nicht aufweist), können Sie auch per Bildbearbeitungsprogramm Überbelichtungen korrigieren. Dies erfordert dann etwas mehr Handarbeit.

Wie das in Photoshop genau geht wird nachfolgend kurz erklärt:

1. Bild öffnen

2. Die Hintergrundebene mit dem Tastenkürzel STRG+J duplizieren, ansonsten verbirgt sich der Befehl dafür im Menü „Ebene“ und dort dann unter „Ebene duplizieren“

3. Die duplizierte Ebene aktivieren (einmal den Namen in der zugehörigen Palette anklicken) und dann in der Ebenenpalette den Kopiermodus (das Auswahlmenü links in der Palette) von Normal auf Multiplizieren ändern. Nicht erschrecken, wenn das Bild jetzt ggf. plötzlich viel zu dunkel sein sollte!

4. Jetzt einfach die Transparenz der multiplizierten Ebene ändern, bis man den gewünschten Nachbelichtungseffekt hat. Man kann jetzt die beiden Ebenen mit STRG+E zusammenführen.

5. Falls die schattigen Bereiche im Bild jetzt zu dunkel sind, starten Sie das Werkzeug Tiefen/Lichter, Sie finden es im Menü Bild, unter Anpassungen und dort Tiefen/Lichter. Sie sollten hier die erweiterten Optionen aktivieren. Für Tonbreite und Radius kann man als Startwerte sowohl bei Tiefen als auch Lichter 50 px und 100 px eingeben, bei der Stärke beginnen Sie bei 0. Die anderen Optionen bleiben unverändert. Dann bei den Tiefen allmählich die Stärke anheben. Sie sehen, dass nur die schattigen Bereiche heller werden. Falls auch andere Helligkeitsbereiche betroffen sind, müssen Sie einfach die Tonbreite reduzieren. Sie können zusätzlich die hellen Bereiche etwas dunkler machen, indem Sie bei den Lichtern die Stärke erhöhen. Aber Vorsicht! Gerade bei 8 Bit JPEGs kommen hier sehr schnell hässliche Artefakte ins Bild, weil versucht wird, Bildinformationen zu restaurieren, die nicht mehr vorhanden sind.

6. Falls Ihnen die Farben jetzt zu kräftig erscheinen (was beim Multiplikationsmodus passieren kann), einfach die Farbsättigung des Bildes ein wenig verringern.

Nochmal zur Betonung: Überbelichtungen von JPEGs zu korrigieren, ist nur eingeschränkt möglich! JPEGs besitzen oft nicht genug Bildinformationen, um überbelichtete Bildbereiche zur vollen Zufriedenheit zu korrigieren!

Am Beispiel oben können Sie sehen, dass bei JPEGs nur wenig Spielraum zur Bearbeitung vorhanden ist. Das linke Beispiel wurde nach der weiter oben erklärten Methode korrigiert. Schon jetzt tauchen leichte Artefakte im Himmel auf, sichtbar als Streifenbildung (bei der kleinen Bildgröße ist dies nur ansatzweise zu erkennen, auf 100% Bildgröße ist es deutlich zu sehen!). Die Artefakte können durch eine zusätzliche Nachbearbeitung (z.B. Himmel maskieren und Gaußscher Weichzeichner) noch entfernt werden.

Das Beispiel rechts wurde noch intensiver nachbearbeitet, um der Belichtung aus Lightroom nahe zu kommen. Jetzt sehen Sie massive Artefakte in Form von Streifenbildung im Himmel. Es handelt sich um sog. Tonwertabrisse. Es sind nicht genug Bildinformationen vorhanden, um den Farbverlauf im Himmel glatt darzustellen, stattdessen findet der Übergang von einem Farbton zum nächsten abrupt und sprunghaft statt. Dieses Bild ist unbrauchbar und lässt sich eigentlich nicht mehr reparieren. Und selbst in diesem Beispiel ist die Farbe des Himmels noch weit von der Version aus Lightroom entfernt! Fotografien Sie also am besten im RAW-Format!

Nicht immer sind Bilder komplett überbelichtet, häufiger noch kommt es vor, dass nur bestimmte Bildteile überbelichtet sind. Auch hier kann das RAW-Format helfen. Es gibt einen eigenen Wiederherstellung-Schieberegler, der durch Überbelichtung verlorene Bilddetails zurückholt. So etwas ist mit JPEGs fast gar nicht bzw. nur sehr eingeschränkt möglich.

Hier ein konkretes Beispiel:

Das weiße Gefieder des Schwans ist im linken Bild überbelichtet. Die Überbelichtung wurde  im rechten Bild wie folgt behoben: Der Wiederherstellung-Regler in Lightroom wurde nach rechts verschoben, der Regler für die Lichter der Gradationskurve etwas nach links bewegt. Zusätzlich wurde noch an der Sättigung, am Aufhelllicht und am Kontrast gearbeitet. Der ganze Vorgang dauerte weniger als 20 Sekunden.

Beispiel Photoshop

Wenn Sie versuchen, dasselbe Bild als JPEG in Photoshop (mit Tiefen/Lichter und/oder negativ multiplizieren einer Ebenenkopie) nachzubearbeiten, kommt leider nichts Brauchbares heraus, wie Sie am Beispiel Photoshop sehen können.

Das Gefieder konnte nicht wieder komplett hergestellt werden, es fehlt dem JPEG an Bildinformationen.

Solche Bilder werden abgelehnt! Meistens lohnt es sich nur dann, Überbelichtungen zu korrigieren, wenn Sie im RAW-Format fotografieren.

Übrigens ist eine (nicht zu starke) Überbelichtung überhaupt kein Problem, solange Sie im RAW-Format fotografieren. Wie Sie an den Beispielen hier sehen könnten, bietet RAW einigen Spielraum bei der Korrektur von Überbelichtungen. Es treten auch nicht so schnell Artefakte auf wie bei der Korrektur von Unterbelichtungen.

Zum Abschluss dieses Abschnitts noch ein weiterer Fall. Digitale Kameras sind für die verschiedenen Farbkanäle rot, grün und blau unterschiedlich empfindlich. So reagieren Digitalkameras sehr viel empfindlicher auf rotes Licht.

Dieser Effekt kann unter bestimmten Bedingungen dazu führen, dass Fotos mit roten Objekten bzw. rotem Licht zur Überbelichtung neigen, obwohl das Foto als solches laut Kamera korrekt belichtet wurde. Ganz besonders können Sie dies beim Fotografieren von Blumen beobachten. Es kann schnell passieren, dass eine rote Blume überstrahlt, der Rotanteil im Foto also überbelichtet ist.

Beispiel Rose 1

Bei diesem Motiv meldet der Belichtungsmesser der Kamera, dass das Motiv korrekt belichtet ist, allerdings ist der Sensor für rotes Licht viel empfindlicher, weshalb die Blume überstrahlt.
Wenn Sie rote Blumen und andere überwiegend rote Objekte fotografieren, sollten Sie also auf Überbelichtungen achten. Ein normales Histogramm, das nur Helligkeitswerte zeigt, hilft hier nicht immer weiter. Einige Kameras bieten Ihnen an, das Histogramm für den roten, blauen und grünen Kanal getrennt anzuzeigen. Wenn das Histogramm für den roten Kanal deutlich rechts zum Rand hin verschoben ist, ist der rote Farbkanal überbelichtet.

In diesem Falle nehmen Sie eine Belichtungskorrektur an der Kamera vor, z.B. -2/3, und kontrollieren danach nochmal das Foto.

Beispiel Rose 2

Sie können als weitere Möglichkeit, nachträglich in Lightroom, den roten Farbkanal gezielt korrigieren. Gehen Sie dazu zum Abschnitt HSL / Farbe / Graustufen im Entwickeln-Menü, aktivieren Sie die Option HSL, falls diese nicht bereits aktiv ist, und gehen Sie dann zu der Option für die Luminanz (Helligkeit).

Sie können dann den Schieberegler für den Rotanteil im Bild gezielt verschieben und so die Überbelichtung nachträglich korrigieren. Sie sollten hierfür idealerweise im RAW-Format fotografieren.

Screenshot aus Lightroom:

Merke: Sie sollten starke Überbelichtungen direkt beim Fotografieren vermeiden, indem Sie das Histogramm Ihrer Bilder kontrollieren und ggf. die Überbelichtungswarnung aktivieren. Fotografieren Sie im RAW-Modus, so können Sie hinterher einfach und schnell Fehlbelichtungen korrigieren. Leicht überbelichtete Bilder lassen sich in RAW-Modus praktisch verlustfrei nachbearbeiten. Die Korrektur von überbelichteten JPEGs per Bildbearbeitung ist nur eingeschränkt möglich, braucht sehr viel mehr Zeit und ist nicht so effektiv wie die Schieberegler im RAW-Konverter. Achten Sie bei roten Objekten und bei rötlichem Licht auf Überbelichtungen im roten Farbkanal und korrigieren Sie direkt in der Kamera oder nachträglich per Software.

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TEIL 4: Ablehnungsgrund: Sensorflecken, Schmutz und Kratzer

4. November 2010 - 14:16 Uhr

Hier werden verschiedene Bildfehler zusammengefasst. Sensorflecken sind ein Phänomen bei digitalen Spiegelreflexkameras, während verschmutzte und zerkratzte Bilder ein analoges Phänomen sind und deshalb nur bei eingescannten Dias und Negativen auftritt.

Was sind Sensorflecken?

Eine Spiegelreflexkamera ist kein luftdichtes System. Es kann passieren, dass Luft und damit zwangsläufig auch Staub an den Bildsensor gelangt. Entweder wird Luft beim normalen Betrieb durchs Objektiv angesaugt (z.B. beim Verstellen der Brennweite) oder durch den direkten Objektivwechsel. Der Staub bleibt am Sensor haften und blockiert danach einen Teil der Pixel auf dem Sensor. Staubkörner sind recht klein und die Störenfriede sind deshalb erst bei kleineren Blenden und auf hellen Hintergründen erkennbar.

Ganz oft sind Sensorflecken auf dem Himmel im Bild zu finden. Bei strukturierten Motiven mit vielen Details hingegen werden Sie weniger Sensorflecken vorfinden und praktisch nie auf dunklen Hintergründen. Da Staubkörner auf dem Sensor sehr klein sind, werden Sie oft erst bei kleineren Blenden (größere f-Zahl) sichtbar. Machen Sie testweise bei Blende 32 ein Foto vom blauen Himmel über sich. Sie werden unter Umständen sehr erstaunt sein! Allerdings wird im normalen Fotoalltag die Blende 32 sehr selten verwendet.

Bei größeren Blenden sind die Flecken schwächer ausgeprägt, aber trotzdem noch sichtbar. Sie müssen nur etwas genauer nach Ihnen suchen.

Typische Beispiele:

Bild 1

Bild 2

Sensorflecken zeigen sich häufig erst bei 100% Ansicht, nur stärker ausgeprägte Flecken können Sie schon in Thumbnailgröße erkennen. Zur besseren Kenntlichmachung wurden im Bild 1 Pfeile eingefügt. Hier wird gezeigt, dass Sensorflecken manchmal auch nur schwach sichtbar sind. Im Bild 1 wurde eine Blende von 9 benutzt. Im Bild 2 wurde eine Blende von 22 verwendet und der Sensorfleck ist entsprechend stark ausgeprägt.

Dennoch ist es unerheblich wie schwach oder stark sichtbar die Flecken sind, denn in der Bildprüfung werden die Bilder in 1:1 Ansicht kontrolliert und solche mit Sensorflecken dann abgelehnt.

Moderne Spiegelreflexkameras werben mit automatischer Sensorreinigung. Diese mag einen gewissen Nutzen haben, schafft es aber nicht, den Sensor komplett staubfrei zu halten. Früher oder später muss sich jeder Besitzer einer Spiegelreflexkamera mit dem Thema Staub auseinandersetzen.

Wie kann man im Vorfeld Staubprobleme meiden?

- Wenn Sie Objektive wechseln, halten Sie die Kamera mit dem Bajonettanschluss nach unten, so dass von oben kein Staub in die Kamera rieseln kann.

- Führen Sie den Objektivwechsel zügig durch.

- Reinigen Sie den Sensor nach jeder Tour, ansonsten alle paar Wochen regelmäßig, mit einem speziellen Blasebalg. Diesen gibt es für ca. 15 Euro bei Fotohändlern und Warenhäusern mit Fotoabteilung.

Extrem hartnäckigen Staub können Sie ansonsten per Nassreinigung entfernen. Versuchen Sie diese aber nicht, ohne vorher eine entsprechende Anleitung gelesen zu haben. Bei unsachgemäßer Nassreinigung können Sie den Sensor beschädigen! Ansonsten führen auch viele Fotohändler und große Kamerahersteller so eine Sensorreinigung für Sie durch. Meistens sollte aber die Reinigung per Blasebalg reichen. Die Kamera hat hierzu einen manuellen Sensorreinigungsmodus, bei dem der Spiegel hochklappt und Sie direkten Zugang zum Sensor bekommen (Sie müssen das Objektiv vorher natürlich abschrauben). Halten Sie jetzt die Kamera mit der Öffnung nach unten, und pusten Sie nun vorsichtig mit dem Blasebalg ins Kameragehäuse, achten Sie darauf, auf keinen Fall den Sensor zu berühren, er könnte dabei beschädigt werden. Pusten Sie mehrere Male ordentlich und der Staub sollte danach entfernt sein. Die Kamera muss nach der Reinigung einfach nur ausgeschaltet werden, damit der Spiegel wieder herunterklappt. Erst jetzt setzen Sie das Objektiv am besten mit der Kamera nach unten zeigend wieder auf, und für die nächsten paar Wochen oder auch Monate, je nachdem, wie oft Sie Objektive wechseln, haben Sie jetzt staubfreie Bilder.

Wie entferne ich nachträglich Sensorflecken?

- Sie sollten Bilder, die Sie hochladen wollen, bei 100% Ansicht überprüfen.

- Achten Sie auf den Himmel und helle, eintönige Flächen. Hier zeigen sich die Flecken am ehesten, praktisch gar nicht hingegen auf dunklen Hintergründen und bei vielen Bilddetails. Diese Bildbereiche können Sie also bei der Suche nach Sensorflecken getrost aussparen!

- Sensorflecken lassen sich leicht und schnell im RAW-Konverter wie Lightroom oder in der Bildbearbeitung, z.B. Photoshop, entfernen:

Lightroom bietet den Bereichsreparaturpinsel (andere RAW-Konverter haben ähnliche Werkzeuge, die sich nur etwas in der Handhabung unterscheiden). Sie müssen lediglich den richtigen Pinseldurchmesser wählen (etwas größer als der Sensorfleck) und direkt auf den Fleck klicken. Lightroom sucht sich jetzt von selbst eine Quelle für den Bildbereich, der retuschiert werden soll. Sollte Ihnen der Quellbereich nicht gefallen, so können Sie den Kreis, der den Quellbereich kennzeichnet, einfach mit der Maus verschieben.

Der Vorteil der Nachbearbeitung in Lightroom – bzw. im RAW-Konverter – ist, dass das Entfernen des Sensorfleckes non-destruktiv erfolgt. Dies bedeutet, dass das originale RAW-Bild nicht verändert wird. Die Bearbeitungsschritte werden in einer eigenen Textdatei als Information abgelegt, die Lightroom dann entsprechend ausliest. Der Nachteil der Bearbeitung in Lightroom ist, dass Sie mitunter den Quellbereich manuell noch verschieben müssen, was einen zusätzlichen Arbeitsschritt bedeutet.

Bildschirmfoto aus Lightroom: Beispiel 1

Es wurde auf den recht groben Sensorfleck vom Beispiel 1 mit dem Bereichsreparaturpinsel geklickt. Der Quellbereich wurde von Lightroom schräg unterhalb des Zielbereiches gesetzt und nachträglich leicht nach oben verschoben. Lightroom entfernt den Sensorfleck perfekt.

In Photoshop benutzen Sie zur Entfernung der Sensorflecken ebenfalls den Bereichsreparaturpinsel. Dieser entfernt mit einem einzigen Mausklick Bildfehler. Die Pinselgröße sollte etwas größer als der Fleck sein, klicken Sie einmal auf den Fleck – und er ist verschwunden.

Der Vorteil in Photoshop ist, dass der Bereichsreparaturpinsel hier keinen extra zu konfigurierenden Quellbereich benötigt. Das Entfernen von Flecken und kleinen Bildfehlern kann unter Umständen sehr viel schneller als in Lightroom erfolgen.

Das Stempelwerkzeug können Sie, in anderen Programmen oder älteren Versionen von Photoshop, natürlich auch benutzt. Definieren Sie wie gewohnt zuerst einen Quellbereich und klicken Sie danach auf den Sensorfleck. Hinweis: Sie sollten, wenn möglich, den Reparaturpinsel dem Stempelwerkzeug vorziehen, da dieser nahtloser arbeitet und Flecken sehr schnell und effektiv entfernt.

Tipp: Wenn Sie bei einer, am selben Tag entstandenen, Bildserie einen Sensorfleck entdecken, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass auf allen Bildern an genau derselben Stelle dieser Fleck auftritt. Es ist somit einfacher die Sensorflecken zu lokalisieren und zu entfernen, da diese die Position nicht ändern.

Wie sieht es bei Dias aus?

Diascans werden gerne von Staub- und Kratzern geplagt. Wenn Sie Dias heutzutage noch im Microstockbereich bzw. generell bei Agenturen unterbringen wollen, so stehen Sie in direkter Konkurrenz zu digitalen Daten. Dias müssen also staub- und kratzerfrei sein und dürfen nicht so stark rauschen bzw. das Filmkorn darf nicht zu stark sichtbar sein.

Für Diascans kommen professionelle Scanner in Frage, diese benutzen eine spezielle Staubentfernungstechnologie (ICE), die schon direkt beim Scannen Staub heraus rechnet. Ihre alten Dias mit einem 100 Euro Desktopscanner einzuscannen wird leider in der Regel nicht die erforderlichen Ergebnisse liefern. Solche Scans werden dann abgelehnt.

So sieht ein Dia aus, wenn es ohne ICE gescannt wurde:

Sie erkennen sofort die Staubflecken und sogar dicke Fusseln sind im Bild zu finden.

Info: Es gibt bei Zoonar ein eigenes Tutorial zur umfassenden Nachbearbeitung von Diascans! Hier sei nur erwähnt, dass gröbere Staubfäden weggestempelt werden können und Flecken im Hintergrund mit der Bereichsreparatur schnell beseitig sind.

Sie sollten sich merken, dass Diascans nur akzeptiert werden, wenn sie sauber sind, die Bildschärfe stimmt und das Filmkorn nicht zu dominant ist. Was früher noch akzeptabel war, hat im Zeitalter der absolut sauberen Digitalfotos einen schweren Stand.

Falls Sie hochwertige Analogfotos haben, können Sie einen Scanservice in Anspruch nehmen oder aber Sie kaufen sich einen gebrauchten Profifilmscanner und verkaufen diesen wieder, wenn Sie ihre Dias gescannt haben. Neue Filmscanner kosten mehrere tausend Euro, sollten also nur angeschafft werden, wenn sie regelmäßig genutzt werden.

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TEIL 3: Falscher Fokus / Starke Bildbearbeitung / Kunstfilter

12. Oktober 2010 - 14:10 Uhr

Ablehnungsgrund: Unschärfe des Hauptmotivs

Manchmal passiert es, dass zwar irgendetwas im Bild scharf ist, aber leider nicht das was scharf sein müsste. Klassische Beispiele sind z.B. Personenaufnahmen, bei denen Mund oder Nase scharf sind, aber leider die Augen nicht. Oder Blumenbilder, bei denen nicht der Stempel bzw. die Mitte scharf ist, sondern ein Blütenblatt weiter außen.

Beispiel:

Der 100% Bildausschnitt dieses Bildes offenbart, dass der Fokus nicht auf der Praline liegt, sondern auf den Streuseln im Hintergrund. Das Bild ist nicht per se unscharf, es wurde nur nicht auf das Hauptmotiv scharfgestellt, sondern auf umliegende Details. Auch wenn es am Ende eine subjektive Entscheidung ist,  solche Bilder werden meist abgelehnt!

Um eine Ablehnung zu vermeiden, sollten Sie die Autofokusmessfelder der Kamera manuell auswählen und gezielt auf das scharfstellen, was eine zentrale Rolle spielt. Der vollautomatische Fokus der Kamera stellt leider nicht immer auf das scharf, was scharf sein sollte. Bedenken Sie auch die Effekte einer potenziell sehr geringen Schärfentiefe bei Nahaufnahmen. Diese kann unter Umständen nur wenige Millimeter betragen, aber kleinste Bewegungen der Kamera oder des Motivs führen dazu, dass Unschärfe an den falschen Stellen auftaucht. Das Umstellen auf manuelle Fokusmesspunktauswahl ist in der Regel einfach gehalten, meist befindet sich dafür ein Knopf auf dem Gehäuse. Um negative Effekte von Bewegungen der Kamera zu minimieren, sollten Sie ein Stativ verwenden oder aber den kontinuierlichen Autofokus aktivieren. (Lesen Sie dazu *TEIL 2: Ablehnungsgrund: Unschärfe* in dem ausführlich auf das Thema Bildschärfe, manuelle Fokusmesspunktauswahl und Schärfentiefe eingegangen wird)

Ablehnungsgrund: Starke Bildbearbeitung und Kunstfilter

Wann genau ist ein Bild zu stark bearbeitet?

Bilder sind immer dann zu stark bearbeitet, wenn das Foto mit Hilfe von Filtern, Effekten und anderen Bearbeitungsmethoden so sehr verfremdet und verändert wurde, dass es keine Natürlichkeit mehr besitzt.

Bedenken Sie auch: Microstockfotografie ist Gebrauchsfotografie. Hierbei werden z.B. Bilder einer zwischenmenschlichen Begegnung, eines Hauses, einer Landschaft oder einer bestimmten Blume benötigt – Microstockfotografie ist keine Kunstfotografie. Je weniger nachträgliche Bildbearbeitung umso höher die Nachfrage und der Verkauf.

Beispiel 1:

Das Bild wurde mit einem Kunstfilter in Photoshop bearbeitet. Die Nachfrage ist sehr gering.

Beispiel 2:

Dieses Blumenbild ist ebenfalls zu stark nachbearbeitet worden. Diverse Kunst- und Malfilter in Photoshop haben das Bild einer Zeichnung ähnlicher gemacht. Im Microstock wird aber nicht Fine Art verkauft, sondern Gebrauchsbilder – weshalb Bilder wie dieses dann meistens abgelehnt werden.

All das bedeutet nicht, dass verfremdete oder stark bearbeitete Bilder gar keine Chancen haben, sie sollten bloß nach wie vor kommerziell einsetzbar sein und nicht aus purem Selbstzweck an der Kunst bearbeitet werden. Im Zweifelsfalle laden Sie Ihre verfremdeten und stark bearbeiteten Bilder hoch. Überlegen Sie vorher nur, warum Sie die Bilder stark bearbeiten müssen und ob es im Microstock dafür einen Markt gibt. Sowohl das Holstentor als auch die Blume müssen nicht verfremdet werden. Die Bilder oben würden bei Zoonar abgelehnt werden.

Wieviel Bildbearbeitung darf sein?

Exzessives Nachschärfen und Nachsättigen ist auch hier des Guten zu viel. Gehen Sie mit Schärfe sehr, sehr sparsam um und kompensieren Sie nur die leichte Unschärfe des Bildsensors. Hierzu reicht, beim Unscharf Maskieren oder auch im Selektiven Scharfzeichner, eine Stärke von 80% und ein Radius von 0,1-0,3 vollkommen aus.
Wenn Sie zu sehr nachschärfen, entstehen sog. *Halos* um die Objektkanten und dies führt dann unweigerlich zu einer Bildablehnung!
Auch vor zu viel Sättigung sollten Sie Abstand nehmen. Bonbonbunte Bilder werden selten nachgefragt.

Beispiel 3 (übertrieben dargestellt):

Das Foto wurde mit Radius 25 bei einer Stärke von über 300% nachgeschärft, anschließend wurde alles „schön bunt“ gemacht. Das Foto wurde damit kaputt bearbeitet und ist so nicht mehr zu gebrauchen, zumindest nicht im Microstock! Wie *Halos* bei exzessiver Nachschärfung aussehen, können Sie auf dem Bild gut erkennen: der „Heiligenschein“ ist natürlich nicht immer so ausgeprägt wie hier, sondern zeigt sich, wie viele andere Effekte auch, am besten bei 100% Bildansicht. Kontrollieren Sie Ihre Nachschärfung unbedingt bei 100% Bildansicht!

Zum Schluss dieses Abschnitts noch ein paar Worte zu HDR-Fotos. HDR steht für „High Dynamic Range“ und bezeichnet Fotos mit höherem Kontrastumfang als dies aus der Kamera direkt möglich ist. Hierzu werden unterschiedlich belichtete Fotos eines Motivs per Software kombiniert. In den letzten Jahren hat HDR-Fotografie enorm an Popularität gewonnen.
Nun sind aber gerade HDR-Fotos oft auch ein zweischneidiges Schwert. Sorgsam und vernünftig eingesetzt, kann ein HDR-Foto lebendiger und kontrastreicher wirken als eine normale Aufnahme aus der Kamera. Wird das Ganze jedoch bei der Bearbeitung übertrieben, können HDR-Fotos unrealistisch bunt und zu kontrastreich wirken. Vor allem sollten bei HDR-Fotos die *Halos* vermieden werden.

HDR sollte kein Selbstzweck und Gimmick sein. Zoonar verkauft zwar diverse Motive, aber allzu künstlich wirkende HDR-Bilder haben schlechtere Verkaufschancen.

Beispiel 4 (viel zu starke Bearbeitung):

Unabhängig von den viel zu grellen Farben und übertriebenen Kontrasten, weist das Foto ein starkes Bildrauschen im Himmel auf und das Gras vor dem Holstentor zeigt etliche Artefakte.

Beispiel 5:

Der Himmel weist nicht nur Artefakte auf, sondern an den Objektkanten sind teilweise Farbsäume und *Halos* zu sehen.

Diese Fotos werden wegen zu starker Bearbeitung abgelehnt!

HDR-Fotos sollten nicht nach HDR-Fotos aussehen!

Dieses Foto entstand aus folgenden drei Bildern:

TIPP: Verfremden und bearbeiten Sie Ihre Bilder nicht zu stark. Vor allem wenn die Bearbeitung reiner Selbstzweck ist. Bedenken Sie den Markt, den eine Microstockagentur abdeckt! Es werden Gebrauchsfotos verlangt.

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TEIL 2: Vorauswahl der Fotos /// Das Bild ist zu unscharf …

28. September 2010 - 17:26 Uhr

Sie können die Ablehnungsquote deutlich verringern, wenn Sie am heimischen Rechner eine vernünftige Vorauswahl der Fotos treffen. Überprüfen Sie Ihre Fotos auf Unschärfe, Bildrauschen und Sensorflecken und achten Sie auf die Farbbrillanz, denn graue und farblose Bilder werden meistens abgelehnt. Bedenken Sie, dass jedes Foto, das Sie hochladen, Ihnen ebenfalls Zeit kostet und dass Sie unter Umständen vorher schon Fotos verschlagwortet haben – all diese Arbeit ist umsonst, wenn die Bildprüfer bei Zoonar Ihre Fotos ablehnen.

Der erste und einfachste Schritt ist demnach, dass Sie eine vernünftige Vorauswahl der Fotos treffen, ehe Sie mit dem Verschlagworten oder Hochladen beginnen.

Zur Vorauswahl eignet sich im Prinzip jedes Programm, das eine 100% Ansicht der Fotos erlaubt. Das kann die Windows-Fotogalerie sein oder ein Programm wie Adobe Lightroom. 100% Ansicht bedeutet, dass das Foto am Monitor in der tatsächlichen Pixelgröße und nicht irgendwie verkleinert dargestellt wird.

Einer der häufigsten Ablehnungsgründe, die Unschärfe, lässt sich oft nur bei 1:1 Ansicht des Fotos beurteilen. Ein weiterer, sehr häufiger Ablehnungsgrund, das Bildrauschen, macht sich häufig erst bei 100% Ansicht am Monitor bemerkbar.

Es reicht also nicht, die Fotos in der Bildübersicht, in der nur kleine Vorschaubilder angezeigt werden, zu sichten und jene herauszupicken, die hübsch aussehen. Die Bildredaktion wird Ihre Fotos bei 100% Ansicht, am kalibrierten Monitor, sichten und das als Vorschaubild so tolle Foto des seltenen Nashorns, von der Safari in Afrika, entpuppt sich unter Umständen als völlig unscharf oder verrauscht und wird abgelehnt.

Hierzu zwei Beispiele

Sowohl der Orang Utan als auch die Katze sehen in der typischen Thumbnailansicht gut aus. Bei dieser sehr kleinen Bildgröße ist das allerdings auch zu erwarten.

Hier nun die etwas größere Ansicht

Auch bei dieser Größe, 600 x 400 Pixel, sehen beide Fotos eigentlich noch gut aus und technisch einwandfrei.

Die ganze Wahrheit zeigt sich erst bei
tatsächlicher Größe, also 100% Ansicht

Der ehemals so scharf aussehende Orang Utan offenbart Bildunschärfe und dazu auch ein paar leichte Artefakte. Das Bild des Orang Utan würde vom Bildprüfer abgelehnt werden.

Wie sieht es bei der Katze aus?

Bei 100% Ansicht zeigen sich das schlimme Bildrauschen und die Artefakte, man hat hier eigentlich nur noch Pixelmatsch – dieses Bild würde damit ebenfalls abgelehnt werden.

Als Grundregel sollten Sie sich folgendes merken:

Betrachten Sie Ihre Bilder bei 100% am Monitor und sortieren Sie schon im Vorfeld all jene aus, die unscharf sind, rauschen oder andere technische Mängel aufweisen.

Beachten Sie auch, dass Ihr Uploadvolumen direkt von Ihrer Ablehnungsquote abhängt. Ist Ihre Quote hoch, kann es dazu führen, dass Ihr Uploadvolumen reduziert wird. Ist Ihre Ablehnungsquote niedrig, und gefallen Ihre Bilder, so wird Ihr Uploadvolumen schnell hochgesetzt. Es liegt in Ihrer Hand, wieviel Bilder Sie am Tag hochladen können!

Es folgt nun eine Liste aller Zoonar-Ablehnungsgründe und was Sie tun können, um die Fehler im Vorfeld zu vermeiden bzw. zu beheben.

Ablehnungsgrund: Unschärfe

Bildunschärfe ist einer der häufigsten Ablehnungsgründe. Und Bildunschärfe kann nachträglich, selbst durch gute Software, nicht mehr behoben werden. Ein unscharfes Bild bleibt unscharf, egal was Sie versuchen.

Deshalb ist es, beim Thema Bildschärfe, enorm wichtig, bereits beim Fotografieren darauf zu achten, scharfe Bilder zu produzieren. Mit ein wenig Übung und etwas Hintergrundwissen ist das ganz einfach!

Ein entscheidender Faktor bei der Bildschärfe ist die Belichtungszeit. Je länger die Belichtungszeit, desto größer ist die Gefahr, dass der Fotograf die Kamera nicht mehr lange ruhig halten kann und die Aufnahme verwackelt. Hinzu kommt, dass auch bewegte Motive durch Bewegungsunschärfe unscharf werden. Wie lang die Belichtungszeit sein muss, damit Bilder nicht verwackeln, hängt von der benutzten Brennweite ab. Wenn Sie mit einem Teleobjektiv ganz dicht reinzoomen, verwackeln Sie viel schneller als wenn Sie mit einem Weitwinkelobjektiv eine Landschaft aufnehmen. Sie können dies schon im Sucher der Kamera erkennen. Ein herangezoomtes Motiv wackelt viel mehr als eine Panoramaansicht im Weitwinkel. Die Belichtungszeit bei bewegten Motiven hängt von der Entfernung zum Motiv und von der Geschwindigkeit des Motivs ab.

Faustregel: Um Verwackeln zu vermeiden, sollte die Belichtungszeit den umgekehrten Wert der Brennweite (multipliziert mit 1,6) nicht unterschreiten.

Beispiel: Sie benutzen eine Brennweite von 50 mm (die Brennweite ist auf dem Objektiv aufgedruckt und in Millimetern angegeben). Um sicherzugehen, dass Sie die Aufnahme nicht verwackeln, sollte die Belichtungszeit 1/80 Sekunde nicht unterschreiten.

Rechenbeispiel: 50 mm*1,6 = 80 (diese Zahl nun als Bruch schreiben), also: 1/80. Nun haben Sie die perfekte Belichtungszeit.

Diese sehr einfache Faustregel gilt für alle digitalen Spiegelreflexkameras mit APS-C Sensor. Dazu zählen fast alle digitalen Spiegelreflexkameras, mit Ausnahme der Modelle mit Vollformatsensor. In den meisten Fällen sind die digitalen Spiegelreflexkameras mit APS-C Sensor ausgestattet. Der APS-C Sensor ist etwas kleiner als das normale Kleinbildnegativ aus Analogzeiten. Nur wenige Profimodelle und einige semiprofessionelle Kameras haben einen Vollformatsensor. Dazu gehören z.B. die Canon 5d, Canon 5D MkII, Nikon D700, Nikon D3 oder auch Sony A-900

Für Vollformatkameras ist die Regel denkbar einfach: Um Verwackeln zu vermeiden sollte die Belichtungszeit den umgekehrten Wert der Brennweite nicht unterschreiten.

Achten Sie also beim Fotografieren darauf, welche Brennweite und Belichtungszeit Sie benutzen!

Die Belichtungszeit wird bei einer Spiegelreflexkamera direkt im Sucher angezeigt, hier allerdings wird dann nur die Zahl im Nenner des Bruchs angegeben, also wenn im Sucher „80“ im Feld der Belichtungszeit zu sehen ist, dann ist hier 1/80 Sekunde gemeint. „250“ wäre entsprechend 1/250 Sekunde usw. Wenn die Belichtungszeit länger wird, werden oft zwei Striche hinter der Zahl angezeigt: 1“ heißt dann 1 Sekunde.

Mit der Faustregel oben fahren Sie praktisch immer richtig, selbst dann, wenn Sie über eine Kamera oder ein Objektiv mit Bildstabilisator verfügen. Nur dass Sie hier dann deutlich mehr Reserven haben.

Einige Objektive (z.B. von Canon und Nikon) sowie manche Kameras (z.B. von Olympus, Pentax oder Sony) verfügen über Bildstabilisatoren. Diese sorgen dafür, dass man auch bei längeren Belichtungszeiten nicht so schnell verwackelt. So kann man u.U. bei 50 mm Brennweite statt der sonst geforderten 1/80 Sekunde auch mit 1/20 Sekunde auskommen, also unter idealen Bedingungen bis zu viermal länger belichten ohne zu verwackeln.

Wichtig: Bildstabilisatoren bekämpfen lediglich das Verwackeln des Bildes durch den Fotografen. Bewegte Motive werden dadurch nicht schärfer, im Zweifelsfalle sogar unschärfer, wenn man zu lange belichtet.

Bildstabilisatoren sind sicherlich nützlich, aber ihren großen Nutzen haben sie allein bei statischen Motiven. Also Landschaftsbildern und Gebäuden. Sobald Sie Menschen, Tiere oder bewegliche Objekte fotografieren nützt Ihnen ein Bildstabilisator wenig.

Was also tun bei bewegten Objekten? Hier gibt es mehrere Faktoren. Wie schnell bewegt sich das Objekt? Ist es ein Kleinkind, das durch die Gegend wetzt, eine Person, die eher ruhig im Stuhl sitzt, ein schnelles Rennauto oder ein Vogel?

Bei bewegten Objekten muss die Belichtungszeit entsprechend kurz sein. Wenn Sie mit 50 mm Brennweite fotografieren, reichen 1/80 Sekunde ganz sicher aus um nicht zu verwackeln. Diese 1/80 Sekunde ist allerdings zu lang, wenn Sie bewegte Objekte fotografieren möchten.

Genaue Werte können nicht genannt werden, da die Belichtungszeit bei bewegten Objekten direkt von der Geschwindigkeit und Motiventfernung abhängt. Wenn Sie Fußgänger scheinbar *einfrieren* wollen, versuchen Sie es mit 1/200 Sekunde. Fliegende Vögel müssen deutlich kürzer belichtet werden. Hier können Sie es mit 1/800 Sekunde probieren.

Wie kurz Sie belichten müssen hängt auch von der Entfernung zum Motiv ab! Je näher das Motiv an der Kamera ist, umso schneller verschwindet es aus dem Blickfeld. Demnach müssen Sie kürzer belichten, um das Motiv scharf einzufangen!

Machen Sie sich das Leben einfacher, indem Sie die Blendenautomatik Ihrer Kamera benutzen!

Was ist die Blendenautomatik? Auf dem Auswahlrad Ihrer Spiegelreflexkamera befinden sich Buchstaben und Symbole – die Blendenautomatik wird oft mit „Tv“ oder „S“ abgekürzt. Wenn Sie Ihre Kamera in diesen Modus versetzen, können Sie mit dem Auswahlrad die Belichtungszeit wählen und die Kamera benutzt vollautomatisch die passende Blende.

Arbeiten Sie bei bewegten Objekten mit der Blendenautomatik, denn hier kommt es auf die Belichtungszeit an! Nur so können Sie blitzschnell die Belichtungszeit anpassen.

Es kann vorkommen, wenn Sie eine kurze Belichtungszeit auswählen, dass der Blendenwert im Sucher plötzlich zu blinken beginnt oder Sie die gewünschte Zeit nicht einstellen können. Was bedeutet das? Wenn der Blendenwert zu blinken anfängt, kann die Kamera die gewünschte Belichtungszeit nicht mehr einstellen, soll heißen: die Blendengröße des Objektivs ist zu klein und lässt, bei den gegebenen Lichtverhältnissen, zu wenig Licht durch. Somit kann bei der gewünschten Belichtungszeit nicht korrekt belichtet werden. Wenn das passiert hilft nur eines: Sie müssen die ISO-Empfindlichkeit erhöhen.

Wenn Sie dies tun können Sie auch kürzere Belichtungszeiten realisieren. Passen Sie aber auf: höhere ISO-Werte führen irgendwann zu sichtbarem Bildrauschen. Bei modernen Spiegelreflexkameras ist ISO 800 meist noch problemlos, ältere Modelle hingegen können manchmal nur bis ISO 400 benutzt werden, ohne dass es zu sehr rauscht. Typische Kompaktkameras sollten nicht jenseits der ISO 100 benutzt werden.

Das Bildrauschen kann aber nachträglich angegangen werden, im Zweifelsfalle schrauben Sie also die ISO-Zahl hoch, um die geforderte Belichtungszeit zu erreichen. Ein unscharfes Foto ist unscharf und verloren, dagegen lässt sich ein leichtes digitales Bildrauschen einer digitalen Spiegelreflexkamera hinterher gut entfernen!

Einige Kameras bieten auch eine Auto-ISO Funktion. Nutzen Sie diese, um eine lange Belichtungszeit und höchste ISO-Empfindlichkeit vorzugeben, die Kamera wird dann den ISO-Wert automatisch, je nach Lichtverhältnissen, einstellen und Sie in Ihrer Arbeit entlasten. Schlagen Sie hierfür im Handbuch Ihrer Kamera nach. Nikonkameras haben z.B. eine exzellente Auto-ISO Funktion, während viele Canon-Modelle ohne diese Automatik auskommen müssen. Nicht jede Kamera kann also damit dienen.

Die ganze Gefahr der Verwacklung können Sie zusätzlich vermeiden, indem Sie ein Stativ verwenden. Leider sind Stative meist recht schwer, ziemlich sperrig und unhandlich zu transportieren. Trotzdem sind Stative unabdingbar, wenn Sie bei schlechten Lichtverhältnissen, z.B. bei Dämmerung oder nachts, fotografieren wollen. Hier reicht allein der beste Bildstabilisator nicht aus. Bei Dämmerung gelingen die schönsten Bilder, sei es ein gut beleuchtetes Gebäude oder eine Landschaft, Sie sollten nur folgende Regeln beachten:

- Verwenden Sie ein Stativ!
- Stellen Sie die Kamera auf den ISO-Grundwert ein (also z.B. ISO 100 bei Canon und ISO 200 bei Nikon), damit das Bild nicht unnötig verrauscht
- Schalten Sie einen eventuell vorhandenen Bildstabilisator aus, dieser sorgt sonst bei Aufnahmen vom Stativ ,unter Umständen, für künstliche Verwacklung
- Stellen Sie die Kamera auf den Selbstauslöser ein, wenn Sie Geld investieren möchten, besorgen Sie sich eine Fernbedienung oder einen Kabelauslöser für Ihre Kamera
- Stellen Sie scharf und betätigen Sie dann entweder den Selbstauslöser oder die Fernbedienung
- Auf KEINEN Fall sollten Sie die auf dem Stativ montierte Kamera anfassen, also nicht einfach normal auslösen. Berühren Sie weder das Stativ noch die Kamera, wenn der Selbstauslöser tätig ist oder Sie per Fernbedienung die Kamera auslösen
- Benutzen Sie – vor allem wenn Sie ein Teleobjektiv benutzen – die Spiegelvorauslösung (wie Sie die aktivieren, steht im Handbuch Ihrer Kamera)

Wenn Sie die obigen Schritte befolgen werden Ihre Stativaufnahmen nicht mehr so schnell verwackeln. Wenn Sie die Kamera mit Stativ benutzen, können, bei schlechten Lichtverhältnissen, selbst kleinste Erschütterungen schon zu unscharfen Bildern führen. In der Dämmerung und nachts sind es schnell mehrere Sekunden Belichtungszeit, die Verwacklungsgefahr ist hier enorm.

Deshalb sollten Sie die Kamera nur per Selbstauslöser oder Fernbedienung auslösen, jede noch so kleine Berührung kann das Bild ruinieren. Bei Teleobjektiven reicht manchmal nicht mal das, denn der Spiegelschlag, in der Kamera selbst, versetzt die Kamera in Schwingung (wenn Sie den Auslöser betätigen, klappt der Spiegel, der das Licht zum Sucher umleitet, hoch und macht den Weg fürs Licht frei, welches auf den Sensor trifft. Die Bewegung des Spiegels kann Unschärfe verursachen!) – Vibrationen lassen Teleobjektive mit ihrer langen Brennweite viel mehr wackeln als kurze Standardobjektive. Aktivieren Sie also in solchen Fällen die Spiegelvorauslösung. Hier klappt bei den meisten Kameramodellen der Spiegel nach dem Scharfstellen hoch, wenn Sie dann auslösen ist der Spiegel bereits hochgeklappt und mögliche Schwingungen der Kamera werden vermieden. Sie müssen den Auslöser also zweimal betätigen! Leider gibt es bei Nikon nicht die Möglichkeit, die Spiegelvorauslösung und den Selbstauslöser zu kombinieren, hier brauchen Sie dann zum Auslösen eine Fernbedienung (Infrarot oder Kabel, je nach Kameramodell). Es sei denn, Sie haben Geduld und möchten jeweils 30 Sekunden pro Aufnahme warten. Nach dieser Zeitspanne klappt nämlich der Spiegel automatisch wieder nach unten und es wird ausgelöst. Auf die Dauer kann das aber sehr zeitraubend sein.

Bisher wurde nur über Belichtungszeiten gesprochen. Für scharfe Bilder ist es ebenso wichtig auf den richtigen Bildbereich scharfzustellen.
Jede Kamera erlaubt es dem Fotografen manuell Fokusmessfelder auszuwählen. Sie dürfen dafür nur nicht im Vollautomatikmodus fotografieren (Auswahlrad auf das grüne Rechteck gestellt). Sobald Sie in einer der Halbautomatiken wie „P“ (Programmautomatik) „Tv“ bzw. „S“ (Blendenautomatik) oder „Av“ bzw. „A“ (Zeitautomatik) fotografieren, haben Sie gleichzeitig die Kontrolle über Ihre Fokusmessfelder.

Wie genau Sie die Auswahl der Messfelder ändern, entnehmen Sie bitte dem Handbuch Ihrer Kamera. Wichtig ist, dass Sie lernen, wie man den Fokus auf manuelle Messfeldauswahl umstellt und wie sie die einzelnen Messfelder Ihrer Kamera ansteuern können.

Beim vollautomatischen Fokus stellt die Kamera beliebig scharf, was für Schnappschüsse und einem aus der Hüfte geschossenen Gruppenfoto absolut ausreichend ist. Sollten Sie allerdings höhere Ansprüche haben oder die Agenturfotografie anstreben, dann ist die Selbstauswahl des Schärfepunktes unerlässlich.

Sie wollen z.B. einen Menschen fotografieren: hier ist es wünschenswert, dass die Augen scharf sind. Im Vollautomatikmodus kann es schnell passieren, dass die Nasenspitze scharf ist, oder vielleicht der Mund. Unscharfe Augen sind meist ein Ablehnungsgrund, denn der Betrachter eines Fotos achtet als erstes auf die Augen. Diese müssen den Betrachter ansprechen, wenn die Augen unscharf sind verliert das Bild an Wirkung!

Stellen Sie den Fokusmesspunkt also manuell ein!

Tipp: Wenn beim gewählten Bildausschnitt kein Fokuspunkt über dem Bereich verfügbar ist, der scharfgestellt werden soll, können Sie auch die Kamera leicht schwenken bis der gewählte Fokuspunkt über der Stelle liegt. Danach scharfstellen (Auslöser halb durchdrücken) und anschließend bei halb gedrücktem Auslöser wieder zurückschwenken, bis der gewünschte Bildausschnitt erreicht ist. Jetzt können Sie wie gewohnt auslösen. Dies funktioniert nur beim statischen Autofokus (oft „One Shot“ genannt), leider nicht im kontinuierlichen Autofokus, bei welchem die Schärfe ständig nachgeführt wird.

Wenn Sie Objekte in schneller Bewegung fotografieren wollen, sollten Sie die Fokusmethode ändern.

Bisher haben wir nur unbewegliche und statische Motive behandelt. Bei solchen ist auch der Fokus statisch. Einmal scharfgestellt, bleibt der Fokus normalerweise da wo er ist. Das nützt allerdings wenig, wenn Sie einen auf Sie zufliegenden Vogel fotografieren wollen oder ein Kind, das auf sie zugelaufen kommt.
Für solche Situationen bieten Spiegelreflexkameras den sog. kontinuierlichen Autofokus. Dieser fokussiert ständig neu und stellt auf sich bewegende Objekte konstant scharf, zumindest im Idealfall.
Wenn Sie also rennende Kinder, laufende Hunde, fliegende Vögel und Flugzeuge oder rasende Autos etc. fotografieren wollen, wechseln Sie vom statischen Fokus zum kontinuierlichen Fokus. Der kontinuierliche Fokus sollte immer dann eingesetzt werden, wenn sich Objekte auf Sie zu- oder fortbewegen. Verläuft die Bewegung dagegen parallel zu Ihnen (also von links nach rechts oder umgekehrt) reicht auch der normale Autofokus, welcher nur einmalig scharfstellt.

Natürlich können Sie die Kamera auch auf Serienbildmodus umschalten. Sie schießen jetzt mehrere Bilder pro Sekunde und erhalten durch den Modus bessere Chancen ein scharfes Foto zu bekommen.

Tipp: Der Autofokus (egal welcher Modus benutzt wird) funktioniert am besten, wenn Sie auf eine kontrastreiche Stelle scharfstellen, also dort, wo der Unterschied zwischen hell und dunkel gut zu sehen ist. Das kann die Iris des Auges im Vergleich zum Augenweiß sein oder auch ein Kleidungsstück im Kontrast zur Haut.
Schwer wird es für jede Kamera, wenn Sie etwas Schwarzes fokussieren (z.B. schwarze Katze oder schwarzer Hund) – also auf irgendeine schwarze Stelle scharfstellen wollen. Hier können Kontrastunterschiede – z.B. im Fell – so gering sein, dass die Kamera nicht gut scharfstellen kann. Stellen Sie, bei einem Tier, auf den Übergang vom dunklen Fell zu einer helleren Stelle im Fell scharf, oder fokussieren Sie auf die Augen, die sich im jeden Fall vom Fell unterscheiden werden.

Es wurde über Belichtungszeit, Stative, Fokusauswahl und Fokusmethode gesprochen. Bleibt noch eine letzte Quelle für mögliche Unschärfen: die Schärfentiefe.

Die Schärfentiefe hängt direkt von der benutzen Blende, der Brennweite und der Entfernung zum Motiv ab. Der Zusammenhang ist einfach: je größer die Blende (große Blenden werden als kleine Zahlen von der Kamera angezeigt, eine Blende von 3,5 ist z.B. deutlich größer, lässt also mehr Licht durch, als eine Blende von 18) desto geringer die Schärfentiefe.  Je größer die verwendete Brennweite, desto geringer ist die Schärfentiefe. Und je näher Sie am Motiv dran sind, umso geringer ist die Schärfentiefe.
Es gibt im Internet einige Onlinerechner, die die Schärfentiefe bei gewählter Blende, Brennweite und Entfernung zum Motiv berechnen.

Hier nur ein paar wenige Beispiele:

Bei Blende 3,6, 50 mm Brennweite und einer Entfernung zum Motiv von 40 cm (Nahaufnahme eines Menschen z.B.) beträgt die Schärfentiefe gerade mal 7,6 mm.

Bei Blende 5,6, 200 mm Brennweite und einer Entfernung von 2 Metern zum Motiv beträgt die Schärfentiefe 1,93 cm.

Was diese Zahlen zeigen: die Schärfentiefe kann hauchdünn sein. Wenn Sie nah am Objekt stehen, die Blende groß und die Brennweite lang ist, dann kann die Schärfentiefe nur wenige Millimeter betragen. Bei so einer geringen Schärfentiefe reicht die kleinste Bewegung aus, entweder von Ihnen oder dem Motiv, um das eben noch scharf fokussierte Foto im nächsten Moment unscharf werden zu lassen. Ganz einfach aus dem Grund, weil Sie sich aus dem scharfen Bereich heraus bewegt haben. Und statt auf das Auge scharfgestellt zu haben, ist dann plötzlich die Nasenspitze gestochen scharf.

Wie vermeiden Sie das?

Nutzen Sie ein Stativ.
Benutzen Sie ansonsten den kontinuierlichen Autofokus.
Vor allem wenn Sie Blumen und Insekten fotografieren (grundsätzlich bei Nahaufnahmen) kann es schnell passieren, dass die Blume bzw. das Insekt nicht mehr dort scharf ist, wo es scharf sein sollte, z. B. in der Mitte der Blume, beim Insekt sind es eventuell die Augen bzw. der Kopf, auf den scharfgestellt werden sollte. Sie selber atmen und bewegen sich leicht (was sich nie vermeiden lässt) oder der Wind bewegt die Blume. Diese kleinen Bewegungen können sehr schnell dazu führen, dass Sie sich aus dem Bereich der Schärfentiefe für den fokussierten Punkt heraus bewegen.

Nutzen Sie besser ein Stativ. So spielen Ihre eigenen Bewegungen keine Rolle mehr. Um dann zusätzlich noch Blumen z.B. zu fixieren, können Sie einen Ständer mit Klemmen/Wäscheklammern benutzen. Nutzen Sie diese, um die Pflanze (am Stängel) zu fixieren und achten Sie darauf, dass die Konstruktion nicht auf dem Foto zu sehen ist. Auch Insekten, die sich auf der Pflanze befinden, werden durch so eine Klemmvorrichtung sehr viel ruhiger vor der Kamera sein und Sie haben bessere Chancen, ein scharfes Bild zu bekommen. So eine Vorrichtung lohnt sich aber nur, wenn Sie Makroaufnahmen machen wollen und viele Insekten fotografieren möchten. Achten Sie bei Blumenbildern darauf, nicht zu nah an der Blume zu sein und die Belichtungszeit entsprechend kurz zu halten (vor allem wenn es windig ist).

Ein letztes Wort zur Schärfentiefe: bei Bildern, auf denen viel oder auch alles scharf sein soll, müssen Sie eine kleine Blende benutzen. Erinnern Sie sich: eine große Blende (kleine f-Zahl) ergibt eine geringe Schärfentiefe (gut für Portraits und Fotos, in denen nur ein kleiner Bereich scharf sein soll). Eine kleine Blende (große f-Zahl) ergibt eine hohe Schärfentiefe (gut für Landschaften und Gebäude, Fotos in denen alles auf dem Bild scharf sein soll)
In der Regel sollte Blende 7-10 für Landschaften und Gebäude reichen, noch höhere Blendenzahlen (kleinere Blenden) sollten vermieden werden, da hier dann physikalisch bedingt wieder Unschärfeeffekte auftreten (bedingt durch die Beugungsunschärfe).

Extra Hinweis: alle Objektive haben eine Naheinstellgrenze, also eine kürzeste Entfernung bei der das Objektiv noch scharfstellen kann. Unterschreiten Sie diese Grenze nicht, ansonsten werden die Bilder unscharf. Welche Naheinstellgrenze Ihre Objektive haben, finden Sie im Infoblatt das dem Objektiv beiliegt. Schauen Sie ansonsten auf der Seite des Herstellers nach.

Und was ist mit Kompaktkameras?
Kompaktkameras haben einen – im Vergleich zu Spiegelreflexkameras – sehr langsamen Autofokus. Dazu kommt noch die Auslöseverzögerung die ebenfalls deutlich länger ist. Während bei einer Spiegelreflexkamera einfach nur der Auslöser durchgedrückt wird und praktisch ohne Verzögerung ein scharfes Bild entsteht, so ist dies bei der Kompaktkamera oder Bridgekamera, nicht möglich.
Kompaktkameras eignen sich denkbar schlecht für bewegliche Motive. Ehe die Kamera scharfgestellt ist und auslöst, hat sich das Motiv längst weiterbewegt und Sie haben am Ende ein unscharfes Foto.
Kompakt- und Bridgekameras eignen sich für statische Motive. Schauen Sie im Handbuch nach, ob und wie Sie die Fokusmessfelder manuell auswählen können. Aufgrund des sehr kleinen Bildsensors haben Kompaktkameras eine, von Haus aus, sehr hohe Schärfentiefe. Sie laufen also nicht so schnell Gefahr, sich aus dem Schärfebereich heraus zu bewegen – Sie haben aber den Nachteil, dass Sie die Motive nicht optimal vom Hintergrund freistellen können. Wenn Sie vorhaben, bewegte Objekte zu fotografieren, sollten Sie ernsthaft den Kauf einer Spiegelreflexkamera in Betracht ziehen.

Es folgen nun einige weitere praktische Tipps für häufige Motive.

Ruhige und statische Motive (z.B. Portraits, Stillleben): Hier können Sie mit längeren Belichtungszeiten arbeiten. Achten Sie darauf, nicht zu verwackeln. Bei Nahaufnahmen unbedingt die Augen scharfstellen (manuelle Auswahl der Fokusfelder!). Bedenken Sie bei Nahaufnahmen unbedingt die Schärfentiefe und vermeiden Sie, dass sich das Motiv oder Sie aus der Schärfeebene heraus bewegt! Benutzen Sie ansonsten ein Stativ oder bei Aufnahmen, aus der Hand, den kontinuierlichen Autofokus.

Sich langsam bewegende Motive (Fußgänger und ähnliches): Kurze Belichtungszeit (ab 1/200 Sekunden).

Sich schnell bewegende Motive (herumtobende Kinder, fliegende Vögel, Flugzeuge und Autos): Sehr kurze Belichtungszeit (maximal ein paar hundertstel Sekunden) und kontinuierlicher Autofokus mit Serienbildaufnahme.

Gebäude und Landschaften: Benutzen Sie eine Blende von 7 – 10, damit Sie genug Schärfentiefe haben, Verwackeln vermeiden.

Nachtaufnahmen/Dämmerung: Benutzen Sie ein Stativ und lösen Sie per Selbstauslöser/Fernbedienung/Kabelauslöser aus. Die ISO-Empfindlichkeit sollte auf den Grundwert eingestellt sein. Bei Teleobjektiven sollten Sie idealerweise auch die Spiegelvorauslösung aktivieren. Verwenden Sie die manuelle Fokuspunktauswahl und suchen Sie sich zum scharfstellen eine Stelle im Bild mit guten Kontrast, z.B. Lichter an Gebäuden, aus. Die Blende sollte, wie tagsüber auch, bei Landschaften und Gebäuden zwischen 7 und 9, maximal 10, liegen.

Blumen und Insekten: Achten Sie auf die Schärfentiefe und eventuellen Wind. Stellen Sie entsprechend kurze Belichtungszeiten bei windigem Wetter ein oder fixieren Sie die Pflanze mit einer Klemmvorrichtung. Benutzen Sie eine große Blende (kleine f-Zahl), damit nur die Pflanze scharf ist und der Hintergrund verschwommen. Verwenden Sie unbedingt die manuelle Fokusmessfeldauswahl! Bedenken Sie, dass bei kurzer Entfernung zum Motiv und einer großen Blende kleinste Bewegungen die Schärfeebene ändern und dann nicht mehr unbedingt das scharf ist, was scharf sein soll. Achten Sie ebenfalls auf die Naheinstellgrenze des Objektivs und gehen Sie nicht zu nah ans Motiv.
Insekten bewegen sich teils sehr schnell und nicht vorhersehbar! Aktivieren Sie also den kontinuierlichen Autofokus. Ansonsten fotografieren Sie Insekten am besten früh morgens, wenn Sie noch träge von der Nacht sind und relativ still sitzen. Makrofotos von Insekten punktgenau scharf zu bekommen, braucht viel Übung und auch ein wenig Glück!

Tiere allgemein: benutzen Sie im Zweifelsfall den kontinuierlichen Autofokus (es sei denn, es handelt sich um einen schlafenden Löwen oder ähnliches, hier reicht der normale statische Autofokus). Achten Sie bei Tieren darauf, dass bei Nahaufnahmen auf die Augen scharfgestellt wird. Wählen Sie das Fokusmessfeld manuell aus. Die Belichtungszeit sollte kurz sein. Notfalls die ISO-Empfindlichkeit erhöhen, um kürzere Belichtungszeiten zu erhalten.

Innenaufnahmen ohne Blitz: In Innenräumen herrschen meist schlechte Lichtverhältnisse. Selbst Deckenlampen sind nur wenig hilfreich. Wenn Sie also in Räumen fotografieren unbedingt auf die Belichtungszeit achten, die Belichtungszeit sollte, wenn Sie aus der Hand fotografieren, 1/Brennweite*1,6 nicht unterschreiten (siehe auch Faustregel oben). Wenn Sie einen Bildstabilisator verwenden, können Sie auch längere Belichtungszeiten noch verwacklungsfrei aus der Hand fotografieren. Teilweise bis zu viermal länger. Der exakte Wert hängt vom Stabilisator ab und davon, wie ruhig Sie die Kamera halten können. Den möglichen Maximaleffekt des Bildstabilisators finden Sie im Handbuch des Objektivs bzw. der Kamera. Achten Sie aber darauf, dass Personen oder bewegliche Objekte dann nicht Bewegungsunschärfe zeigen.
Nutzen Sie ansonsten ein Stativ, achten Sie dabei auf die Regeln, die oben genannt wurden.

Innenaufnahme mit Blitz: Sie sollten Innenaufnahmen mit dem internen Kamerablitz als Hauptlichtquelle vermeiden. Solche Bilder ergeben ein sehr unnatürliches Licht und werden oft abgelehnt, auch wenn die Bilder scharf sind!

Notfalls ISO-Empfindlichkeit erhöhen: wenn Sie bei bewegten Motiven keine ausreichend kurze Belichtungszeit erreichen, weil die Lichtverhältnisse zu schlecht sind, dann erhöhen Sie die ISO-Empfindlichkeit der Kamera! Nutzen Sie – so vorhanden – dafür auch die Auto-ISO Funktion Ihrer Kamera. Bildrauschen können Sie nachträglich entfernen, Bildunschärfe nicht!

Abschluss-Checkliste:

  • Verwackeln vermeiden (Mindestbelichtungsdauer ist 1/Brennweite*1,6)
  • Fokuspunkte der Kamera manuell anwählen, um eigenen Schärfebereich einzustellen
  • Auf die Schärfentiefe achten und bedenken, dass diese manchmal nur wenige Millimeter oder Zentimeter beträgt, ggf. Stativ benutzen, Motiv fixieren, Autofokusmethode ändern oder einen sehr sicheren und ruhigen Stand einnehmen!
  • Bei bewegten Objekten kurze Belichtungszeit einstellen! Notfalls ISO-Empfindlichkeit erhöhen.
  • Bei schlechten Lichtverhältnissen (z.B. früh morgens, abends oder nachts) ein Stativ benutzen! Eine Nachtaufnahme, aus der Hand, verwackelt meist und wird somit abgelehnt.

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16. September 2010 - 13:29 Uhr

Wie man seine Fotos durch die Bildprüfung bringt

Einleitung

Fotografen, die ihre Fotos bei Zoonar anbieten möchten, müssen sich zunächst der Zoonar-Bildredaktion stellen. Diese überprüft tagtäglich tausende, eingehende Bilder, beschäftigt sich intensiv mit der Bildqualität und entscheidet über die Annahme oder Ablehnung.

Unschärfe, Bildrauschen, Bildkomposition – die Ablehnungsgründe sind vielfältig,  aber es muss nicht sein, dass ein mehr oder minder konstanter Prozentsatz an Bildern abgelehnt wird. Der folgende Ratgeber vermittelt Fotografen die notwendigen Grundlagen in den Bereichen Fotografie und Bildbearbeitung und hilft typische Fehler im Vorfeld zu vermeiden oder im Nachhinein zu beheben.

Eine Bildablehnung muss nicht bedeuten, dass das Foto keine kommerzielle Verwendung findet. Sie haben jederzeit die Möglichkeit den Mangel zu beheben und das Bild neu hochzuladen!

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TEIL 1: Die richtige Kamera für mich

16. September 2010 - 13:17 Uhr

Foto: Karsten Loof, Zoonar-Bildnummer: 769359

In der Fotografie gilt der Ausrüstung oft besonderes Augenmerk. Einige Fotografen konzentrieren sich auf die technische Daten und Qualitäten, Objektive werden in stundenlangen Tests mit Batteriebildern und Fotos von Ziegelwänden auf Herz und Nieren geprüft. In Kleinarbeit werden komplette ISO-Reihen erstellt, um das Bildrauschen der Kamera zu untersuchen. Gar so sehr fixiert müssen Sie bei Weitem nicht sein, und im Prinzip stimmt es auch, dass der Fotograf hinter der Kamera die Bilder macht und eine Kamera nur ein Hilfsmittel ist, aber in der Agenturfotografie spielen diese technischen Aspekte eine entscheidende Rolle. Eine qualitativ hochwertige Kamera mit reduziertem Bildrauschen und ein Objektiv, welches schärfere Aufnahmen ermöglicht, sind hierbei nicht wegzudenken.

Sie benötigen jetzt aber keine teure Profiausrüstung, um erfolgreich bei Zoonar Fotos hochzuladen und zu verkaufen. Eine Einsteigerspiegelreflexkamera mit Objektiv ist absolut ausreichend, sofern Sie diese perfekt beherrschen.

Sollten Sie sich allerdings für Studiofotografie interessieren, dann reicht eine Kamera mit Standardobjektiv und internem Kamerablitz nicht aus. Hierzu benötigen Sie eine professionellere Ausrüstung, nicht unbedingt eine andere Kamera, aber Zubehör wie externe Blitze und Requisiten wie Lichtzelt, Hohlkehle, Fotopappe oder Leinwände.

Für eindrucksvolle Tieraufnahmen sollten Sie ein Teleobjektiv benutzen, denn niemand interessiert sich für den winzigen Vogel im Gebüsch, der kaum zu erkennen ist, weil das Objektiv nicht nah genug ans Motiv ranzoomen kann. Sie sollten sich der Grenzen ihrer Ausrüstung bewusst sein!

Eine normale Einsteigerspiegelreflexkamera ist – trotz der Einschränkungen, die oben angerissen wurden – ein Allroundgerät. Sie können Landschaften und Stadtansichten fotografieren, interessante Portraits machen und es stehen Ihnen facettenreiche Motive in verschiedensten Situationen zur Verfügung. Sollten Sie dann Ihr Interessengebiet erweitern, können Sie sich Zubehör kaufen wie z.B. ein Teleobjektiv für Tieraufnahmen, ein Makroobjektiv für Insekten und Nahaufnahmen oder einen externen Blitz zur optimalen Ausleuchtung. Das modulare Prinzip des Spiegelreflexsystems erlaubt den kontinuierlichen Aufbau Ihrer Ausrüstung.

Dann gibt es natürlich noch Kompaktkameras. Kompaktkameras haben zwei Vorteile gegenüber Spiegelreflexkameras: sie sind sehr viel kleiner (kompakter) und passen somit ideal in jede Hosen- oder Westentasche. Sie sind die perfekten Begleiter für unterwegs. Ganz im Gegensatz zu einer Spiegelreflexkamera: diese ist sperrig, schwerer und muss in einer speziellen Kameratasche transportiert werden. Der zweite Vorteil der Kompaktkamera ist der günstigere Preis.

Die Nachteile sind aber massiv: Sie können das System nicht aufrüsten und erweitern. Es gibt zwar Kompaktkameras mit Bildstabilisatoren und eingebauten Objektiven mit gewaltiger Zoomrate, aber der Autofokus ist im Vergleich zu einer Spiegelreflexkamera extrem langsam. Hinzu kommt eine Auslöseverzögerung, die gerne dafür sorgt, dass das interessante Motiv schon wieder ganz woanders ist, ehe die Kamera das Bild auch wirklich auf den Sensor bannt. Jeder, der Kinder fotografiert, wird das eine oder andere Erlebnis in der Hinsicht schon gehabt haben.

Der weitaus größte Nachteil von Kompaktkameras ist allerdings die, im Vergleich zu Spiegelreflexkameras, mindere Bildqualität. Hinzu kommen noch fehlende Ausstattungsmerkmale, die das Besondere an einer Spiegelreflexkamera ausmachen.

Als Beispiel sei hier der Sucher genannt: wer mit einer Spiegelreflexkamera fotografiert und dabei durch den Sucher schaut, kann nicht nur die Szene besser erfassen, sondern hat zusätzlich einen deutlich stabileren Griff an der Kamera. Bei der Kompaktkamera verwackeln die Bilder oftmals schneller und unscharfe Bilder sind leider die Folge. Hinzu kommt, dass viele Kompaktkameras keinen Sucher besitzen und wenn, dann ist meist nur ein kleines Guckloch vorhanden, welches den tatsächlichen Ausschnitt nicht wieder gibt.

Thema Bildqualität: die Bildsensoren von Kompaktkameras sind winzig!

Typische Sensorgrößen im Vergleich

Auf die winzige, nicht mal fingernagelgroße Fläche eines Sensors aus einer Kompakt- oder Bridgekamera werden 10, 12 oder gar 14 Megapixel gepackt. Der APS-C Bildsensor einer typischen digitalen Spiegelreflexkamera ist im Vergleich dazu in etwa so groß wie eine Briefmarke und hat bei modernen Kameras 12 – 18 Megapixel. Der kleine Unterschied in der Sensorgröße zwischen Canon und Nikon hat in der Praxis kaum eine Auswirkung. Etwas größer ist der Unterschied zwischen Four Thirds und APS-C Sensoren: Erstere neigen, vor allem bei höheren ISO-Empfindlichkeiten, verstärkt zum Bildrauschen.

Anhand der Grafik lässt sich gut erkennen, dass Kompaktkameras – und die meisten Bridgekameras – auf kleinster Fläche das Licht sammeln. Dadurch gelangt relativ wenig Licht auf den Sensor (je kleiner die Fläche, desto weniger Licht kann eingefangen werden!). Das Signal des Sensors muss entsprechend verstärkt und verarbeitet werden, damit am Ende ein buntes Bild herauskommt. Die sehr kleinen Pixelgruben des Sensors erzeugen zusätzlich ein Grundrauschen. Diese Faktoren begünstigen das starke, digitale Bildrauschen der Bilder aus Kompakt- und Bridgekameras. Die Kamerahersteller versuchen nun durch diverse Tricks das Rauschen zu vermindern, z.B. wird  das Bild intern intensiv entrauscht, also in der Kamera direkt bearbeitet. Diese Korrektur führt dazu, dass Bilddetails verwaschen und die Bilder förmlich glattgebügelt werden.

Sie haben bei einer Kompaktkamera oft die unschöne Wahl zwischen verrauschten Bildern oder Bildern mit glattgebügelten, verwaschenen Details, weil die interne Rauschunterdrückung zuschlägt, um das Bild scheinbar sauber wirken zu lassen.

Merke: je kleiner der Sensor, desto mehr digitales Grundrauschen tritt auf.

All diese Probleme treten bei einer Spiegelreflexkamera so nicht auf. Die neueste Generation digitaler Spiegelreflexkameras kann auch bei ISO (Empfindlichkeitsstufe) 1600 und bei perfekter Belichtung durchaus (mit ein wenig Nachbearbeitung) brauchbare Bilder liefern. Profikameras im Vollformat für mehrere tausend Euro liefern sogar bei noch höherer Empfindlichkeit gute Resultate – hier ist bei korrekter Belichtung sogar ein Foto mit ISO 6400 noch brauchbar.

Kompaktkameras hingegen rauschen oft schon sichtbar bei ISO 50, 80 oder 100 und ISO 400 ist bei vielen Modellen sogar für Agenturzwecke unbrauchbar, bedingt durch den winzigen Sensor (siehe Grafik). Es werden nicht zuletzt prozentual mehr Bilder von Kompaktkameras abgelehnt als von digitalen Spiegelreflexkameras.

Auch sog. Bridgekameras zeigen in puncto Bildrauschen keine wesentliche Verbesserung, auch hier sind oft nur winzige Sensoren verbaut.

Mittlerweile nehmen die Kamerahersteller das Thema Bildrauschen bei Kompakt- und Bridgekameras ernster. Der Trend, immer mehr Megapixel auf die winzigen Sensoren zu packen, hat zumindest bei einigen neuen Modellen ein Ende gefunden. Manche Hersteller statten neue Modelle inzwischen sogar mit weniger Megapixel aus als die Vorgängermodelle (jenseits der ISO 100 rauscht es allerdings immer noch sehr schnell oder die Bilder sehen glattgebügelt aus). Einige Bridgekameras nutzen den qualitativ guten Four Thirds Sensor. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Sensorgröße.

Natürlich können auch Kompaktkameras durchaus exzellente Fotos machen, letzten Endes kommt es aber auf den Menschen hinter der Kamera an. In der Regel benötigen Sie für eine Kompaktkamera beste Lichtverhältnisse, also strahlenden Sonnenschein. Sobald es etwas schattiger oder dunkler wird, stoßen viele Kompaktkameras schnell an ihre Grenzen.

Wer ernsthaft in die Agenturfotografie einsteigen will, sollte sich daher mit dem Gedanken auseinandersetzen, eine Spiegelreflexkamera zu kaufen. Einsteigermodelle mit Objektiv kosten nur noch wenige hundert Euro. Die technische Qualität Ihrer Fotos wird sich erheblich verbessern und Sie verfügen über sehr viel mehr Potenzial, um eindrucksvolle Bilder zu machen, die sich verkaufen lassen.

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