Pilzfotos – Hilfe bei der Bestimmung von Pilzarten
Die Bildagentur Zoonar verfügt über eine große Auswahl an Motiven heimischer Pilzarten. Leider sind unsere Bildredakteure aber keine Mykologen. Noch nicht einmal Biologen. Wir können bei der Beurteilung von neuen Pilzfotos also nicht beurteilen, ob die Beschriftung und Bestimmung der Arten korrekt ist. Da wir keine Vergiftungen aufgrund falsch beschrifteter Fotos Online haben wollen, rufen wir hiermit alle Pilzkenner auf, uns bei der Bestimmung und Identifizierung von einigen Pilzarten zu helfen. Nachfolgende Pilzfotos wurden als nicht korrekt beschriftet reklamiert. Sobald wir mindestens zwei Experten oder fachkundige Pilzkenner haben, die der gleichen Meinung wird, was die Pilzsorte angeht, werden wir die Beschriftung des Bildes ändern. Fortsetzung folgt dann gerne in diesem Foto-Blog.
Hinweis: Wenn Sie diese Fotos größer ansehen möchten, dann gehen Sie bitte auf www.zoonar.de und geben Sie dort die Bildnummer ein, die jeweils unter dem Bild steht. Wir können Ihnen auch eine noch größere Datei zusenden. Schreiben Sie dafür eine Mail an: info@zoonar.com
Foto 1: kein Samtfußrübling, eher Gifthäubling (tödlich giftig, Samtfußrübling essbar) könnten allerdings auch Stockschwämmchen sein
Foto 2: Helmling ja, aber sicher kein Bluthelmling
Beschriftung momentan: Bluthelmling – (Grosser Bluthelmling) / Bleeding Mycena – (Bleeding heart-Mycena) / Mycena haematopus
Foto 3: kein Täubling, eher ein Scheidenstreifling ?
Beschriftung momentan: Milder Wachstäubling – Russula puellaris (Russulaceae) – verschiedene Stadien
Foto 4: kein Goldröhrling?
Foto 5: kein Steinpilz, sondern ein Rauhfuß ?
Foto 6: bestimmt kein Ritterling, eher ein Milchling?
Beschriftung momentan: Dunkelfleischiger Weichritterling / Common Cavalier / Melanoleuca polioleuca
Wir bedanken uns im Voraus für Ihre Mithilfe !
Kategorie: Allgemein 6 Kommentare »









am 3. Januar 2012 um 19:06 Uhr | #
Foto 3:
Der Rotbraune (Scheiden-)Streifling (Amanita fulva), auch Fuchsiger Streifling genannt, ist eine Pilzart aus der Gattung der Wulstlinge (Amanita) in der Familie der Knollenblätterpilzartigen (Amanitaceae)
Foto 5:
Birkenpilz = Birkenröhrling = Kapuziner oder Geisspilz (Leccinum scabrum, syn. Boletus scaber od. Krombholzia scabra) ist ein Pilz aus der Gattung der Raufußröhrlinge (Leccinum)
thp@zoonar
am 3. Januar 2012 um 20:12 Uhr | #
Hallo liebe Mitarbeiter von zoonar!
Ich denke, meine Stimme zählt hier momentan weniger, da ich ja gewissermaßen den Stein ins Rollen gebracht habe.
Ich freue mich aber über die Reaktion der Agentur.
Trotzdem noch ein paar kleine Anmerkungen zu den Pilzen:
Bild 1 ist auch sicher kein Stockschwämmchen, denn die hätten einen geschuppten Stiel unter dem Ring. Die faserige Ringzone, der gesamte Habitus und das Wachstum an Holz lassen tatsächlich eine Galerina (Häubling) als das wahrscheinlichste erscheinen und eine sehr häufige Galerina-Art an Holz ist eben der Gift-Häubling (Galerina marginata), welches sich aber anhand des Bildes nicht beweisen lässt.
Nr. 2 Mycena haematopus (Großer Bluthelmling) wäre größer, rötlicher und stark bereift am Stiel, würde an verletztr Stelle schnell einen blutroten Tropfen abgeben, aber dazu müsste er natürlich auch verletzt werden, zählt also nicht als Argument.
Nr. 3 ist sicher ein Scheidenstreifling (Amanitopsis spec.), welcher genau lässt sich mit Bestimmtheit mangels Information nicht sagen.
Foto 4: hier reicht es eigentlich sich Fotos vom Lärchenröhrling anzuschauen, um festzustellen, dass so nie ein Schmierröhrling aussieht. Ich tippe auf Gymnopilus (Flämmling), aber das ist Mutmaßung.
Foto 5: zeigt einen Birkenpilz (Leccinum) im weiten Sinn, das erkennt man deutlich an den typischen schuppigen Stielen. Welche Art genau in Frage käme, könnte höchstens durch die Auswertung der Verfärbung im Längsschnitt festgestellt werden.
Foto 6 wurde als Weichritterling (Melanoleuca) betitelt. Das ist wieder was anderes als Ritterling (Tricholoma).
Zu sehen ist eine Lactarius- (Milchlings-)Art.
Genauer lässt es sich oft ohne mikroskopische Auswertung und Analyse der makroskopischen Merkmale nicht sagen. Lactarius subdulcis (Bittersüßer Milchling) kann z.B. so aussehen:
http://www.mtsn.tn.it/russulales-news/tx_photos.asp?index=782
Viele Grüße
Ingo
am 7. Januar 2012 um 10:57 Uhr | #
Hallo zoonar Team,
ja, da stimmt einiges mit den Bildtiteln nicht.
Allgemeiner Hinweis: Eine sichere Bestimmung von Pilzen nur nach Foto und ohne weitere Angaben ist meist nicht möglich. Eine Essenfreigabe wäre daher auch äußerst Fahrlässig.
Foto 1: definitiv kein Samtfußrübling; Stockschwämchen sehr unwarscheinlich; am ehesten ein Häubling (Galerina spec.); siehe Ingo Wagners Erläuterungen
Foto 2: Helmling ja; Bluthelmling eher nein. Bei denen hab ich aber zu wenig Erfahrung.
Foto 3: ja ein Scheidenstreifling; welche Art genau?
Foto 4: definitiv kein Goldröhrling; Goldröhrlinge sammele und esse ich seit Kindertagen, die sehen anders aus. Der hier hat ganz sicher Lammellen unterm Hut.
Foto 5: definitiv ein Rauhfuß; welche Art genau? (siehe Ingo Wagner)
Foto 6: ein Milchling; die genaue Art?
Gruß Joschi
am 7. Januar 2012 um 17:40 Uhr | #
Zunächst: man spricht von PilzARTEN, Pilzsorten gibt es nicht.
Ansonsten entbehren die anfänglich beschrifteten Bilder jeglicher fachlicher Grundlage. Wenn man Pilzbilder ohne weitere Kenntnis ins WWW stellt und offensichtlich falsch beschriftet, so ist das eigentlich Fahrlässig zu nennen. Vermeintliche Samtfußrüblinge, die eher giftige Häublinge zu sein scheinen, können Unkundige auf lebensgefährliche falsche Fährten locken. Pilzbestimmung nach Bild ist zudem keine seriöse Vorgehensweise und auch Pilzberatern eigentlich nicht gestattet.
Dies zum Thema Pilzbilder im weltweiten Netz.
Mit freundlichen Grüßen
Harald Zühlsdorf, Pilzsachverständiger der DGfM
am 7. Januar 2012 um 19:56 Uhr | #
Das sehe ich nicht so. Wir sind eine Bildagentur und geben keine Verzehrtipps. Bei uns kauft man Fotos für Kalender, Postkarten und gelegentlich auch für Bestimmungsbücher. Nur wird kein Verlag, der einen Pilzführer herausbringt, dabei auf den Rat eines Experten verzichten, der die Fotos gegenprüft. Dies ist auch unverzichtbar.
Kein Bildredakteur dieser Erde wäre in der Lage die Bildbeschriftungen wirklich zu prüfen. Wir könnten natürlich nur noch Pilzexperten als Bildredakteure einstellen, aber was ist dann mit Insekten, chinesischen Schriftzeichen, Markenrecht, Urheberrecht, handwerklichen Wissen, geschichtlichen Wissen usw. ? Wir erhalten ja aus Hunderten Bereichen Fotos, bei denen Fachwissen nötig wäre. Dies ist also nicht machbar. Bildredakteure sind nun einmal keine eierlegenden Wollmilchschweine.
Stattdessen setzen wir auf die Fachkunde einer starken Gemeinschaft. Dadurch w1urden schon so einige falsch bestimmte Fotos korrigiert.
So werden wir es auch in Zukunft handhaben. Übrigens schon einmal im Vorfeld vielen Dank für die vielen fachkundigen Tipps. Vielleicht stellen wir noch mehr Fotos zur Diskussion.
Fotografen sind aufgerufen, wenn Sie sich nicht wirklich auskennen, lieber auf eine Bestimmung zu verzichten. Schreiben Sie dann Stichworte wie “pilz, europa, europäischer, wald, deutschland usw.” Dies sind dann ja alles korrekte Stichworte. Aber lassen Sie die Pilzart weg, wenn Sie sich nicht 100% tig sicher sind. Sie können uns im Zweifel auch die Fotos für dne Blog schicken. Wir werden diese gerne hier einstellen und wenn sich Experten finden, die eine Artbestimmung dann vornehmen, kann man dies evtl. nachtragen.
am 16. Mai 2012 um 17:33 Uhr | #
Zu Bild 5: Hier komme ich ebenfalls zum Ergebnis, dass es sich um einen Birkenpilz handeln muss. Auch der Rauhfuß ist eine Varietät des Birkenpilzes! Welche Art genau, lässt sich anhand allein des Fotos nicht feststellen. Ein Steinpilz ist es definitiv nicht wegen des schwarz geschuppten Stiels. Die Hutfarben variieren in einem Spektrum von graubraun über rot- bis schwarzbraun.