Den faden Beigeschmack entfernen…

landschaft-sauerland-wend.jpg 

Hallo Herr Krabs,
schon länger schlage ich mich mit dem Problem rum, dass Bilder im PS bearbeitet, sobald sie diesen verlassen und unter Windows gespeichert werden, an Kontrast und Farbigkeit verlieren. Sie sehen regelrecht fade aus und ich könnte jedes Mal das heulen bekommen. Kann man da etwas tun, b.z.w. sollte ich das Bild so bearbeiten, dass es für Windows gut aussieht, oder doch eher so belassen wie es aus dem PS raus kommt? Wird es beim Kunden im PS wieder wie bei mir (von der Kalibrierung mal abgesehen), oder bleibt es wie in Windows?

Mit freundlichen Grüßen,
M. Jung

Kategorie: Fotografen-Tips 22 Kommentare »

22 Reaktionen zu “Den faden Beigeschmack entfernen…”

  1. michaelkrabs

    Hallo Herr Jung,
    bei mir im Windows Vista wirken die Bilder ganz normal und nicht fade. Trotzdem wäre es nett, wenn Fotografen die Erfahrungen mit dieser Problematik haben, dazu Stellung beziehen könnten.

    Der Bildauschnitt ist übrigens ungünstig, da auf der rechten Seite noch ein Baumrest ins Bild ragt. Wenn ich dieses Bild akzeptiert habe, haben Sie Glück gehabt. Bei genauerer Betrachtung hätte ich es ablehnen müssen. Aber nicht wegen der Farbigkeit sondern wegen der Bildkomposition. Schneiden Sie doch rechts ein kleines Stück ab. Dann wirkt es gleich viel besser. Oder retouchieren Sie den Baumrest der ganz Außen ins Bild ragt einfach weg. Die beiden großen dominierenden Bäume sollte dabei allerdings nicht angeschnitten werden. Diese sollte rechts stehen, das verschafft dem Bild dann eine interessante dynamische Perspektive durch den schrägen Abfall der Baumreihe nach links hin.

    Diese Aktion dauert rund 30-40 Sekunden und verdoppelt die Verkaufschancen auf einen Schlag. Solche Mini-Fehler erhalten wir übrigens in 10-20% aller Bildeinsendungen, was sehr bedauerlich ist, da die Motive als solches oft gar nicht schlecht sind.

    Viele Grüße,
    Michael Krabs

  2. S. Kassal

    Hallo,
    dass das Bild ausserhalb von PS blass und kontrastlos aussieht, könnte am verwendeten Farbraum liegen. PS interpretiert das Farbprofil und zeigt die Farben entsprechend an. Der Explorer von Windows macht das, genau wie die meisten Webbrowser, nicht.
    Der “Trick” besteht darin, dass man das Bild im Farbraum sRGB exportiert, dann sollte das Bild auch ausserhalb von PS vernünftig aussehen.

  3. Manfred Grebler

    > Der “Trick” besteht darin, dass man das Bild im Farbraum sRGB exportiert, dann sollte das Bild auch ausserhalb von PS vernünftig aussehen.

    Halte ich für einen schlechten “Trick”, solange wir von Agenturbildern reden. Denn in aller Regel werden diese in einem professionellem Workflow weiterbearbeitet und die Konvertierung nach sRGB reduziert den Farbraum unnötig. Wie das Bild unter “Windows” aussieht, ist dafür eigentlich egal. Wichtig wäre der eingestellte Farbraum in Photoshop.

  4. M. Jung

    Hallo Herr Krabs,

    was den Bildschnitt angeht, so kann ich gern etwas rechts wegschneiden, doch frei werden die Bäume nicht stehen, da die Äste mit den Ästen des Waldrandes „verwoben“ sind. Wegstempeln kann ich auch nur die beiden oberen Zipfel der Äste ohne den anderen Baum zu beschneiden. Meinten Sie etwa diese beiden?

    Gruß
    M. Jung

  5. S. Kassal

    Viele Agenturen verlangen sogar explizit JPGs in sRGB. AdobeRGB oder ProPhotoRGB sehen in den meisten Browsern halt sehr “leblos” aus und werden dann vielleicht auch weniger angeklickt und gekauft.

  6. Holger Schmidt

    Wenn in der Bilddatei ordnungsgemäß ein Farbprofil zugewiesen wird, sollte sie in jedem Programm, welches dieses berücksichtigt, gleich dargestellt werden.
    Als farbprofilfähiger Internet-Browser empfiehlt sich Firefox 3. (Das Farbmanagement muß bei diesem nach der Installation aktiviert werden)

  7. S.Kassal

    Viele Surfer benutzen leider immer noch den IE, der kein Farbmanagement benutzt.
    Eigentlich könnten aber auch die Agentur beim Erstellen der Thumbs das Bild gleich nach sRGB konvertieren, damit der Kunde in seinem Browser eine gute Vorschau erhält. Das Original wäre dann immer noch im ursprünglichen Farbraum.
    Die Fotografen könnten dann die Bilder in AdobeRGB oder ähnlichem hochladen und die Thumbs sehen trotzdem gut aus…
    Vielleicht wäre das je ein Vorschlag für Zoonar?

  8. michaelkrabs

    nein, denn wir müssten dafür alle Thumbs löschen und neue generieren. bei 400.000 bildern wäre die seite dann mehrere tage offline. außerdem halte ich das nicht für zukunftsfähig. ich bin nicht davon überzeugt dass uns srgb bei den thumbnails weiterbringt.

    die probleme erübrigen sich ja auch mit neuer software. ich denke auch das die meisten kunden moderne browser verwenden, denn die sitzen ja meist in agenturen und redaktionsbüros, viele arbeiten mit dem mac, dort sollten die bilder eigentlich immer ordentlich “rüberkommen”.

    würde mich aber interessieren bei welchen usern (in kombination mit welchem browser) bilder ungewöhnlich fade aussehen. vielleicht können wir die dimensionen des problems dadurch besser eingrenzen.

  9. michaelkrabs

    Hallo Herr Jung,
    ja die hellgrünen äste ganz rechts außen wirken extrem störend für mich. Ich würde sie wegstempeln. Auch wenn Sie die anderen Äste berühren sollte das gehen. dauert in der regel nicht lange. wenn es ausartet, macht es evtl. keinen sinn, dass kann ich in dieser bildgröße nicht erkennen, aber so ist das bild halt einfach etwas unschön.

  10. S. Kassal

    Heisst das, dass ich die Bilder in Zukunft lieber in AdobeRGB oder ProPhoto RGB hochladen sollte?

  11. michaelkrabs

    Nein, das ist völlig unnötig. Gemeint war nur anders herum, dass ich derzeit keinen technischen Anlass sehe, die ganzen Thiumbnails auf SRGB umzustellen.

  12. jujo

    Hallo, liebe Blogbrüder und -schwestern, :-)

    wer von Euch erfolgreich in Micro- und Midstock-Agenturen unterwegs sein will, präsentiert seine Fotos in sRGB. Der Grund wurde schon genannt: Die wenigsten Browser unterstützen den Farbraum Adobe-RGB, wodurch die Fotos dann blasser wirken – und dadurch für den Kunden unattraktiv.

    Jeder andere Tipp mag gut gemeint sein, geht aber an der Realität vorbei. Fragt mal z.B. in einer kleinen Werbeagentur nach, was sie unter “Farbmanagement” verstehen oder was “AdobeRGB” ist. Ihr werdet ein Schulterzucken als Antwort bekommen.

    Viele Grüße,
    Ulf

  13. Martin Jung

    Hallo,

    habe es gerade probiert. Wenn ich das Bild im PS von RGB auf sRGB umstelle, verliert das Bild ja schon dort an Farbigkeit. Dies bedeutet aber doch auch, dass, falls es von einem Bearbeiter mit PS oder anderen Programmen verwendet wird, dies nicht wieder zurückgeführt werden kann und die Farbinformationen für immer verloren sind.
    Oder nicht?

    Gruß
    M. Jung

  14. michaelkrabs

    Das ist der Nachteil von sRGB: der verringerte Farbraum. Es gibt sogar Kunden, die diesen Farbraum nicht wünschen. Andererseits wurde oben bereits gesagt, dass es anscheinend Agenturen gibt, die Bilder im sRGB-Modus erwarten. Die Meinungen klaffen hier also auseinander.

    Ich finde nicht, dass die Vorteile bei sRGB (evtl. bessere Farbigkeit in einigen Browsern) die Nachteile (evtl. Probleme bei einigen Kunden, allerdings kommt das sehr selten vor) überwiegen. Aber das sollte jeder für sich entscheiden. Ist auch eine Frage des Geschmacks, so lange es keine eindeutigen Anforderungen von Seiten Ihrer Agenturen gibt.

    Die hier genannten Farbräume sollten eigentlich alle gehen. Ich stelle bei mir auf verschiedenen Monitoren nur sehr marginale Unterschiede fest. Wesentlich interessanter finde ich es ein Bild immer auch im 4C-Modus zu betrachten um zu sehen, ob vielleicht bestimmte Farbtöne im Druck ausfressen könnten (aber nicht wirklich Umwandeln, sondern nur die Vorschau im Photoshop verwenden). Es macht Sinn diese Sache im Workflow gelegentlich im Auge zu behalten, da Kunden Bilder ja auch zurückgeben können wenn die Qualität im Proof nicht stimmt (Umtauschrecht).

    Nötig ist es aber nur, wenn an Farben, Kontrast und anderen Einstellungen “gedreht” wird. Allerdings kommt es auch hier glücklicherweise eher selten vor, dass die Bildbearbeitung so übertrieben wird dass ein Foto dann im Druck “Fehlfarben” aufweist (meist zu sehen in den Blautönen, die dann plötzlich zum lila tendieren). Es sind Ausnahmen, genauso wie blasse Farben im Druckergebniss durch einen bestimmten Farbmodus.

  15. Martin Jung

    Hallo Herr Krabs,

    wie kann ich denn Bilder im PS in dem 4C- Modus betrachten. Kann nichts dazu finden?

    Gruß
    M. Jung

  16. Manfred Grebler

    > wer von Euch erfolgreich in Micro- und Midstock-Agenturen unterwegs sein will, präsentiert seine Fotos in sRGB.

    Mag sein, daß das bei solchen Agenturen der Fall ist, das ist aber keineswegs typisch für die Bildagentur-Branche. Bei “großen” (=Macro) Bildagenturen wird praktisch ausnahmslos AdobeRGB verlangt.
    Und eine Werbeagentur bzw. ein Grafiker, der keine Ahnung von Farbmanagement hat, ist im falschen Beruf oder hat die letzten 15 Jahre verschlafen, sorry!

  17. Pahit

    Seh ich auch so wie Manfred Grebler. Vielleicht in Mikro-Stock-Agenturen? Das weiß ich nicht, aber es gibt Agenturen, die wollen sogar Raw – unbearbeitet.

  18. Ulf Jungjohann

    Hallo,

    diese Diskussion ist sehr spannend, wird nur leider mit sachlich verkehrten Argumenten geführt:

    1. Bei der Arbeit mit Photoshop ist bei der Konvertierung von Farbräumen keinerlei Unterschied in den Farben sichtbar. Dies geschieht nur, wenn man (verkehrterweise) das Profil nicht umwandelt bzw. konvertiert, sondern andere (=falsche) Farbprofile zuweist.

    2. Der Unterschied von AdobeRGB- und sRGB-profilierten Bildern bei der Ansicht in Browsern ohne Farbmanagement ist sehr deutlich, besonders in den Grüntönen.

    3. Es ist bei der Entscheidung “AdobeRG oder sRGB” völlig unerheblich, ob Bildbearbeitungen durchgeführt wurden, sei es Farbänderungen, Kontrasteinstellungen etc.

    Ich empfehle allen, die sich in Bezug auf die Verwendung bzw. Bedeutung von Farbräumen unsicher sind, die Lektüre folgender Interseite:

    http://foto.beitinger.de/adobe_rgb/

    Viele Grüße,
    Ulf Jungjohann

  19. Ulf Jungjohann

    Eine kleine Ergänzung:

    Selbstverständlich gibt es Bildagenturen, die den Fotografen (aus gutem Grund!) den AdobeRGB-Farbraum vorschreiben. Hier werden die Bildkäufer explizit darauf hingewiesen. Dies ist eben deshalb so wichtig, weil herkömmliche Browser Probleme mit der Darstellung dieses Farbraumes haben.

  20. Manfred Grebler

    > Bei der Arbeit mit Photoshop ist bei der Konvertierung von Farbräumen keinerlei Unterschied in den Farben sichtbar.

    Das ist natürlich (in der Regel) richtig. Man sollte aber vielleicht noch dazu sagen, warum das so ist bzw. gar nicht anders sein kann:

    Sichtbar ist ja nur das, was der Bildschirm zeigt. Zur Anzeige am Bildschirm wird das Bild in jedem Fall in den aktuellen Farbraum des Bildschirm-Farbprofils gewandelt, man “sieht” also logischerweise niemals das sRGB oder Adobe RGB Bild. (Blöd ausgdrückt, aber ich denke, es ist klar, was ich meine.)
    Und da die meisten Monitore, wie sie von den meisten Lesern hier wohl benutzt werden, kaum mehr als sRGB darstellen können, ist logischerweise auch kein Unterschied zu sehen, ob das Bild im sRGB oder AdobeRGB Farbraum ist.

  21. jujo

    In dem Punkt sind wir uns also schon mal einig, danke für die nähere Erläuterung.

    Unterschiede in den Farben (siehe Martins Eintrag #13) sieht man bei der Bearbeitung in Photoshop also nur bei einer falschen Vorgehensweise. Offensichtlich hat er einem “Adobe-Bild” einen sRGB-Farbraum zugewiesen und es nicht konvertiert. Dazu musste er allerdings eine Warnung von Photoshop ignorieren.

  22. Path

    was nutzt es wenn ich denn Workflow von Srgb auf Adobe RGB umstelle und ich habe den passenden Monitor nicht dazu.
    Wenn man das macht, muss man einige Tausend Euro in die Hand nehmen um den Adobe RGB Workflow ganz durchziehen zu können. Ich habe bei Quatto geschaut die “billigeren” Monitore können nur 75% des Adobe RG darstellen von Wide Gammut RGB gar nicht zu reden…..
    Um bei dieser Marke 100% Adobe RGB abbilden zu können muss man allein für den Monitor 2500 euro in die Hand nehmen, und dies ist nicht die einzigste Hardware die man für den Workflow brauch.Man muss sich immer vor Augen halten wenn man auf Adobe RGB
    Farbmanagement umsteigt muss die ganze Kette Adobe RGB tauglich sein…


Kommentar schreiben

Kommentar