Welcher Bildpreis ist der richtige?

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Hallo Herr Krabs,
ich lese aus den Beiträge im Forum eine gewisse Unsicherheit vieler Fotografen heraus, ihre Bilder preislich richtig einzuordnen. Ich selbst bin da keine Ausnahme, oft sitze ich vor einem Bild und weiß nicht, ob es Discount, Standard oder Premium sein soll. Sollten wir vielleicht im Blog mal ein kleines How-To starten, mit Fallbeispielen der User, um vielleicht ein paar Grundregeln oder Tendenzen zu erarbeiten? Ich fange gern an und stelle ein aktuelles Bild zur Diskussion. Es zeigt das Küstenstädtchen Riomaggiore und ist in 12 MP Auflösung vorhanden.

Viele Grüße
Christian Ammering

Kategorie: Allgemein 20 Kommentare »

20 Reaktionen zu “Welcher Bildpreis ist der richtige?”

  1. michaelkrabs

    Ich persönlich würde Ihre Bilder in der Preisklasse “normal” einstufen. Sie sind qualitativ oft hochwertig und da es sehr viele Reisebilder sind, sind es auch Unikate, d.h. wenn ein Kunde dieses Bild kaufen möchte wird er auch 10-100.- Euro dafür zahlen können. Und wenn nicht, kann er mit Ihnen immer noch verhandeln.

    Allgemeine Regeln gibt es aber nicht und es ist oft auch schon fast eine Glaubensfrage unter den Fotografen geworden, welcher Preis der richtige ist.

    Natürlich verkauft man mehr Bilder wenn man Microstockpreise verwendet (bei Zoonar die Preisstufe “Discount”). Aber man senkt auf Dauer auch die Bildpreise des Marktes und muss mind. das 10-20fache Verkaufen (bei einigen Agenturen gar das Fünfhundertfache!) um auf den Erlös eines einzigen Normalpreisverkaufes zu kommen.

    Als Entscheidungshilfe kann ich noch folgendes anführen:

    Wer gar keine anderen Agenturen hat sollte vielleicht schon deshalb die Preisklasse “normal” wählen, weil es die Bilder nirgendwo günstiger gibt. Es sind also Unikate im Netz und wer diese erwerben möchte wird evtl. auch bereit sein etwas mehr dafür zu zahlen. Die sog. Opportunitätskosten (= suche nach ähnlichen Bildern) sind zudem auch noch da, soll heißen, wer das Bild günstiger kaufen will muss evtl. lange Suchen. Und Zeit ist bekanntlich Geld.

    Sind es dagegen Motive von denen es Tausende gibt (Blumen, Windgeneratoren, Bäume, Felder, Strassenschilder, Schiffe, Strommasten, Waldwege usw), dann macht es Sinn diese Bilder im Zoonar-Preissegment “Discount” einzuordnen, da die Opportunitätskosten wegfallen und es diese Bilder SOFORT (suzusagen um die Ecke) billiger gibt.

    Das war jetzt eine BWL-orientierte Antwort die ich auch gerade in einem Forum gepostet hatte (keine Sorge habe das NICHT studiert). Vielleicht helfen diese Regeln Einsteigern ja schon etwas weiter.

    Und dann gibt es noch eine wichtige Grundregel: Wer seine Bilder woanders in Microstockagenturen verkauft muss sie auch bei Zoonar im Bereich Discount anbieten. Wer sie bei Macrostockagenturen eingespeist hat MUSS sie auch bei Zoonar entsprechend einordnen (normal oder Premium). Sonst können Sie auch Probleme mit Ihren anderen Agenturen bekommen, bis hin zur Accountlöschung. Viele Macrostocks verstehen überhaupt keinen Spaß, wenn Sie die dort eingespeisten Bilder woanders für 1-5 Euro verkaufen.

    Gerne weitere Bilder zum Diskutieren!

  2. Renate Krafft

    Den bisherigen Argumenten kann ich mich eigentlich nur anschliessen, weil ich das so ähnlich handhabe. Dabei habe ich allerdings noch ein paar zusätzliche Kriterien wie Spezifität und Attraktivität des Motivs sowie technische Aspekte und spezifisches Keywording.
    So biete ich spezifische Hafenkräne und spezifische Hafenanlagen mit spezifischen Lichtverhältnissen durchaus zum Standardpreis an, weil sie sich vom Massenangebot deutlich abheben und so anderswo nicht zu finden sind. Manche ungewöhnlichen Bilder biete ich zum Discountpreis an, weil ich z.B. mit der technischen Umsetzung nicht ganz zufrieden bin. Das sind dann aber schon relative Kriterien.
    Meiner Meinung nach gehören zu einem höherpreisigen Bild auch ein entsprechender Titel, evt. Bildbeschreibung und spezifisches Keywording. Ich war schon von mancher Lightbox enttäuscht, die zwar gute Bilder, aber massenhaft nichtssagende Bildtitel hatte. Da ich nicht wusste, was überhaupt fotografiert wurde, ist mein Interesse dann schnell gesunken.

    Lieben Gruß Renate

  3. matthi

    Auf Grund der zig Millionen Bilder im Discountbereich, sollte man zunächst einmal jedes Bild im Verdacht haben, auch ein solches zu sein. Eine kleine Recherche bei den einschlägig bekannten sites wird Dir dann auch schnell einen Überblick über das vorhandene Angebot bezüglich eines konkreten sujets geben.

    Also, ohne da jemals gewsen zu sein etc, hat eine kleine Recherche auf Anhieb meinen Verdacht bestätigt, nämlich den, dass Du hier eine Aufnahme des Ortes gemacht hast, die jeder machen würde, wenn er mal da ist, und somit gibt es leider auch fast deckungsgliche Motive zum Discountpreis.

    Mir ist übrigens schon ähnliches mit dem Fischerdorf “Cudillero” passiert, wo ich auch ein/zwei Standardansichten bei zoonar eingespielt hatte, um dann ein paar Wochen später feststellen zu müssen, dass ein weiterer zoonarfotograf, lass es eine Fotografin gewesen sein, ebenfalls dort war, und somit ein fast identisches Foto nach dem meinigen eingespielt hatte.

    Selbstverständlich habe ich es dann sofort auf Discount heruntergestuft.

    Und das jetzt nicht mal wegen der “Konkurrenz”, sondern weil es dieses Foto dann eben so oder ähnlich massenhaft gibt, wie gesagt, ein “allerweltsmotiv”

    Vermute, dass es hier in diesem Fall auch so war, dass der (einzige ??) Parklplatz dieses Künstlerortes so gelegen ist, dass man zwangsläufig diesen Blick hat/geniesst und dann natürlich auch gleich auslöst, warum auch nicht, zum Fotografieren ist man ja schliess hingefahren….

    Von daher würde ich immer drauf achten, ob eine Aufnahme von einem Ort/Sache etc diese(n) in einem “neuen Licht” darstellt, oder ob es sich um eine “me to” (auch etwas BWL ;) ) -Aufnahme handelt

    Gegen solche “me to”-Aufnahmen ist nichts einzuwenden, warum sollte man diese nicht machen, wenn man eh schon da ist und stattdessen dritten die “ein/zwei” Euro im Discountsegment überlassen, aber um Standart/Premium verkaufen zu können, sollte es das besondere “etwas” haben.

    Als weiteres Krieterium könnte man sich auch überlegen, wieviel Zeit man für die Postpro, if any (würde der Ami sagen), verwendet hat.

    Ohne Dir zu Nahe treten zu wollen, in dem vorliegenen Bsp wohl nicht allzuviel, dass heisst, Du lässt Dir ja in diesem Fall quasi “nur” den eigentlichen “klick” vergüten, aber nicht “stundenlange” Nachbearbeitung.

    Bilder ud vor allem Collagen mit aufwendiger Postpro würde ich auch nicht im Discountbereich verticken.

    Nichtsdestotrotz wurden ja hier auch schon Verkäufe im Premiumbereich gemacht, die diese Auffassung Lügen strafen, aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

    Und ich kann die ersten Einwände gegen meine Einlassung quasi schon riechen, vor allem weil ich das angesprochene Bild in den Discounbereich herabgesetzt habe und damit ja quasi “die andere” dazu nötige, einen solchen Schritt auch zumindest zu überdenken.

    Korrekt, so könnte man das sehen, und wir hätten hier sicherlich schnell per sitemail einem Kartell gleich Preisabsprachen in Richtung Standard/Premium treffen können.

    Das schafft uns aber noch nicht die millionen anderer Bilder im Discountbereich vom Hals, und das Problem sind nicht mal so sehr die millionen Bilder selbst sondern die millionen user die auf diesen sites schon registriert sind.

    Nun ist es müssig, darüber zu spekulieren, bei bis zu wie vielen Stockfotsites sich jemand im Schnitt gleichzeitig zum Kauf registriert, sicher ist aber, diese Zahl wird endlich sein.

    Und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Käufer bei zoonar, noch dazu ein neuer, bei einer dieser discountsites registriert ist, ist ziehmlich hoch.

    Wenn er dann nun “fast identische” Bilder bei Zoonar für den bis zu 20fachen Preis sieht, dann wird er sich gar nicht erst gross registrieren, sondern ganz schnell wieder weg sein.

    Insofern, und das sagte ich ja auch schon mal in dem anderen Thread, ist die Preisfindung im “Extremfall” nicht mal mehr Privatsache, weil sie, wenn sie völlig daneben geht, alle in Mitleidenschaft ziehen kann.

    Wenn Du Dein obiges Bild also hier im Standardbreich anbötest wäre es in diesem speziellen natürlich kein solcher Extremfall, sondern noch ganz klar “Privatsache”

    Und ob nun 8, 10 oder 12 MP, glaube nicht, dass das nen x-fachen Preis rechtfertigen würde, so gross sind da die Unterschiede nicht, und wichtiger als die MP wären mir hier die eingesetzte Optik.

    Anyway, viel Glück mit dem Bild und Respekt für den mutigen Themenstart

  4. Renate Krafft

    Hab mal auf die Schnelle gesucht und bin auch fündig geworden. Dabei hab ich ein fast identisches Bild gefunden- nur das hier gezeigte ist in Auflösung wesentlich höher, von der Qualität her besser und gefällt mir auch besser.
    Da wird sich der Kunde also entscheiden müssen, ob er lieber den niedrigeren Preis oder das bessere Bild haben will.
    Sicher, man kann kurz und grob abchecken, ob ein Motiv anderweitig und vielleicht auch preiswerter zu finden ist. Aber das ist noch keine Garantie dafür, daß sich nicht Andere im Nachhinein auf ein deartiges Motiv stürzen und es anderweitig billiger anbieten. Eine vollständige Garantie gibt es nicht- es sei denn, du verzichtest aufs Fotografieren und verbringst deine Zeit mit Bildersuche und Umetikettieren.
    Deswegen beziehe ich auch technische Aspekte in meine Überlegungen mit ein, wie Bildschärfe,Bildaufbau,Komposition,Licht etc. – in dieser Hinsicht braucht das Bild keinen Vergleich zu scheuen.Und den Unterschied finde ich groß genug, um auch einen Preisunterschied zu rechtfertigen.
    Es kann hier ja auch nur Anhaltspunkte geben, Orientierungshilfen- mehr auch nicht. Ich selbst kaufe im Alltag übrigends häufiger ein teureres Produkt, weil mir einzelne Details wichtig sind. Billigheimer werden ohnehin bei ihren Discountern bleiben, die kann man auch nicht abwerben. Anspruchsvolle Kunden werden aber genau auf Details und Unterschiede achten, und genau das kaufen, was sie auch haben wollen.

  5. Renate Krafft

    Äh, was was die Nachbearbeitung betrifft, habe ich aber eine ganz andere Meinung und Erfahrung. Meine besten Bilder kommen mehr oder weniger perfekt aus der Kamera- da hab ich nicht mehr viel zu bearbeiten, eigentlich gar nix!
    Es sind dann die weniger perfekten, die ich noch länger und intensiver nachbearbeiten muß, um ein ansprechendes Ergebnis zu erzielen.
    Wenn mann dann noch zur richtigen (Tages)Zeit am richtigen Ort ist- Glück,Überlegung, Mühe, was auch immer. Für die Auslaufparade bin ich extra mit der Bahn nach Buxtehude gefahren, dann mit dem Fahrrad über Jork bis fast nach Lühe, damit ich die Windjammer richtig im Licht hatte. Dann allerdings brauchte ich wirklich nur noch aufs Knöpfchen drücken und kaum nachbearbeiten. Der Weg hin und zurück hat mich allerdings über 3 Stunden gekostet.
    Gleiches gilt für Studioaufnahmen. Wenn alles sorgfältig vorbereitet ist, muß man wirklich nur noch aufs Knöpfchen drücken. Aber wieviel Zeit,Überlegung und Planung steht davor? In welcher Relation steht die Qualität eines Bildes zur Nachbearbeitung??
    Vermutlich bin ich da Purist, wenn ich sage, daß ein gutes Bild (so gut wie) keine Nachbearbeitung braucht. Jedenfalls ist für mich die Intensität der Nachbearbeitung noch lange kein Qualitätskriterium.

    Lieben Gruß Renate

  6. matthi

    Gleiches gilt für Studioaufnahmen. Wenn alles sorgfältig vorbereitet ist, muß man wirklich nur noch aufs Knöpfchen drücken. Aber wieviel Zeit,Überlegung und Planung steht davor? In welcher Relation steht die Qualität eines Bildes zur Nachbearbeitung??

    Ist ja alles völlig richtig, hat bloss mit dem hier vorgestellten Bild nichts tu tun…

    Habe “selber” als ArtDirector 5 stellige Beträge für Produktfotos “ausgegeben”

    Wie gesagt, in dem konkreten Fall handelt es sich um ein Bild dass je nach Busfreuenz mutmasslich x-mal / Tag gemacht wird. Ist ja auch völlig in Ordnung so

    Aber alleine was flickr zu dem keyword ausspuckt, auch wenn man es da nicht kaufen kann, und ich werde mich hüten, hier Mitbewerber zu nennen, ist atemberaubend

    Aber in diesem konkreten Fall wird er nicht mehr als ein klares “jain” kriegen, egal welche Preiskategorie er vorschlägt, und genau das wollte er ja eigentlich nicht

    wie Bildschärfe,Bildaufbau,Komposition,Licht etc. – in dieser Hinsicht braucht das Bild keinen Vergleich zu scheuen

    von der Bildschärfe gehe ich mal aus, Licht war vorhanden, Pech, dass der Himmel einfach “nur blau” war, und bei Komposition und Bildaufbau könnte man schon diskutieren..dieser Agarve hätte man nicht unbedingt “die Füsse abschneiden” müssen etc, zumindest sieht die ziehmlich “willkürlich platziert aus”….aber lassen wir das.

    Am Ende werden wir eh feststellen müssen, dass sich dieses Thema unmöglich abschliessend diskutieren lässt, so interessant und wichtig es auch ist, und ich hätte es vermutlich auch erst mal in Standard eingestellt, bloss sollte man sich von der Vorstellung trennen, dass Discount == Müll ist und umgekehrt, dass ist garantiert nicht so, auch wenn sich in beide Richtungen überall Bsp finden lassen würden

    Zum BSP sind bei den microstocksites sehr viele Vollprofis dabei, die einfach ihre “Überproduktion” da abverkaufen, warum sollten die in irgendeiner Art und Weise schlecht sein ??

    Viel mehr Sorgen macht es mir, wenn hier einfach jemand eine Schrift völlig planlos verzerrt und das dann als “premium” einstellt, dass sind die Bsp die mich wirklich beschäftigen.

    Wenn das nun gerade jemand sieht, der hier mal intessehalber vorbesischaut, dann ist der hier relativ schnell durch

    Und mit Nachbarbeitung meinte ich auch nicht Bilder wie das hier gezeigte etc sondern zum Bsp Nachtaunahmen, die auch garantiert bei Dir nicht perfekt aus der Camera kommen, technisch unmöglich, und dass muss man mit Masken im PS oder ähnlichen entsprechend händisch (!!!) aufbereiten, und nein, nicht HDR in “diesem Sinne” und der Photomatix kommt mit Nachtszenen eh nicht klar…

    Ebenfalls nen schönen Gruss

  7. michaelkrabs

    Zu viel Aufwand würde ich nun auch nicht betreiben. Man kann sicher mal vergleichen, aber Fotografen wie Herrn Ammering, die eine fast durchweg gute Bildqualität liefern rate ich dann eher pauschal zum Normalpreis. Dieser ist immer noch vergleichsweise günstig und kann ja auch noch verhandelt werden.

    Da wir bei Zoonar auch noch nicht so viel umsetzen, ist es dann einfach auch angenehmer wenn es ein vernünftiger Betrag ist, der bei einem Verkauf erzielt wird. Wenn Sie nach einigen Monaten mit dem ersten Verkauf 2.- Euro verdienen kommt wenig Freude auf.

    Fotografen die also nicht bei zig Agenturen einspeisen und sich auch bei der Beschriftung und Verschlagwortung viel Mühe machen, sollten eher erstmal einen höheren Preis anbieten und sich nicht unter Wert verkaufen. Schließlich haben wir auch oft höherwertige Anfragen. Zoonar verkauft im Bereich Postkarten und Kalender bereits ganz ordentlich. Diesen Schwerpunkt wollen wir auch ausbauen und hier werden noch immer gute Preise gezahlt.

    Nur wenn die Bilder bereits bei den gängigen Microstocks untergebracht sind, dann macht es keinen Sinn mehr sie bei Zoonar teurer zu verkaufen. Dann sollte es die Preisstufe “Discount” sein.

    Ansonsten möchte ich mich Frau Kraft anschließen. Wer seine Bilder nicht gut beschreibt, wird natürlich auch wenig verkaufen. Der Bildkäufer will immer wissen was er dort vor sich hat, er braucht ja auch eine vernünftige Bildunterschrift.

    Vertrauen Sie ansonsten beim Preis auch Ihrem Gefühl. Ein Bild, welches Sie selber nicht besonders wert schätzen, kann dann auch mal günstig angeboten werden. Ein Motiv, dass Sie mögen, sollten Sie niemals zu günstig anbieten. Vielleicht gefällt es auch dem Kunden, der etwas besonderes sucht. Kürzlich haben wir beispielsweise ein Dubai Bild für immerhin 340.- Euro verkauft. Der Kunde hätte aber auch das doppelte gezahlt. Er wollten eben genau DIESES Motiv und keines der anderen 10.000 im Netz.

    Das von mir genannte Kriterium der Häufigkeit ist also zu relativieren. Auch ein Windgenerator, ein Hafenkran oder ein Rapsfelf kann teuer angeboten und verkauft werden, wenn es sich von der Masse abhebt oder eben besonders gelungen fotografiert wurde.

  8. matthi

    Zum Thema “Standort / Einzigartigkeit” habe ich gerade neulich etwas kurioses gesehen.

    Ich habe ein sehr schönes Foto von der Tour de France entdeckt, zwar nicht aus dem angesprochenen Rapsfeld heraus, doch aber zumindest aus einem Sonnenblumenfeld:

    http://cache.boston.com/universal/site_graphics/blogs/bigpicture/tdf_07_14/tdf6.jpg

    Soweit, so gut, sicherlich ein Standard wenn nicht Premiumbild.

    Könnte man meinen, auch wegen der Einzigartigkeit etc.

    Bis ich dann auf dieses weitere Bild gestossen bin … :D

    Ganz klar ist dies ein Premiumbild, das andere relativiert sich bezüglich seiner Einzigartigkeit und Originalität sofort.

    http://cache.boston.com/universal/site_graphics/blogs/bigpicture/tdf_07_14/tdf6.jpg

    Es ist halt alles relativ, selbst die Bezeichnung “Discount”, die zoonar hier für ein Preissegment wählt ist in sofern relativ, als diese woanders “standard” ist ;)

  9. matthi

    Sorry, das zweite Bild ist natürlich hier zu finden:

    http://cache.boston.com/universal/site_graphics/blogs/bigpicture/tdf_07_14/tdf7.jpg

  10. Christian Ammering

    Interessant, die verschiedenen Meinungen zu lesen.
    Zunächst einmal: “Discount” kommt für mich bei Reisebildern praktisch nicht in Frage. Sonst würde ich ja auch die Microstocks bedienen, was ich nicht tue.

    Diejenigen Bilder, die einen gewissen Aufwand bei der Herstellung erfordern, sei es Zeit- und Geldaufwand für eine weite Anreise, Modelhonorare, teuere Requisiten oder aufwändiges Studio-Setup, können eigentlich nie Discount sein. Es stellt sich eher die Frage, ob Standard oder Premium.

    Standard kommt bei mir für Motive in Frage, die keinen Seltenheitswert haben, bzw jederzeit von anderen mit wenig Aufwand nachfotografiert werden können.

    Unter Premium laufen bei mir seltene Bildideen, Bilder mit bezahlten Modellen und Fernziele. Das bestätigt mir auch der Verkauf meines besagten Dubaibildes: http://www.zoonar.de/281811
    (Ist mit einer Bridgekamera aufgenommen, hier hat anscheinend nicht die Qualität, sondern die Bildidee gepunktet)

    Ein Allerwelts-Symbolfoto wie z.B. zwei Würfel auf einem Tisch, könnte man wohl in Discount einreihen, dann muss es sich aber -zig Male verkaufen, um etwas Gewinn zu bringen.

    Ansonsten habe ich es mit Renate: Eine aufwändige Nachbearbeitung allein ist kein Qualitätsmerkmal. Die technische Auflösung ist es auch nicht, da gebe ich Matthi Recht. Aber wenn man dazu auf Vollformat-DSLR und Profiobjektive setzt, hat man schon einen Qualitätsvorsprung. Warum sollte man sich den nicht bezahlen lassen ?

    Liebe Grüße
    Christian

  11. Renate Krafft

    Sorry matthi, wenn ich mich hier nochmal einschalte. Es geht hier nicht um Haarspaltereien,die man natürlich grundsätzlich betreiben kann,sondern um Richtlinien und Orientierungshilfen. In dieser Hinsicht waren die Vorgaben von Herrn Krabs eindeutig und hilfreich genug.
    Mit der Zeit wird ohnehin jeder Fotograf seine Bilder sicherer einschätzen können. Der Werteverfall beiden Micros, wo ich nicht vertreten bin, ist für mich auch deshalb kein Grund, ihn ausgerechnet hier fort zu setzen.
    Aber vielleicht stellst du selbst mal ein Bild zur Preisdiskussion? Es würde mich schon interessieren, welche Bilder du warum zum Discountpreis anbietest.

    Lieben Gruß Renate ;)

  12. matthi

    Zunächst einmal: “Discount” kommt für mich bei Reisebildern praktisch nicht in Frage. Sonst würde ich ja auch die Microstocks bedienen, was ich nicht tue.

    Und da bin ich mitlerweile völlig anderer Meinung, leider ist das mein Lieblingsthema, und habe ja auch fast ausschliesslich als “Reisebilder” einzustufende Fotos.

    Nun muss man das natürlich auch wieder relativieren.

    Ich wohne seid über 10 Jahrne in Barcelona, wenn ich also aus dem Haus gehe, mache ich “Reisebilder”, ob ich will, oder nicht.

    Ebenfalls sehe ich hier täglich, wieviel zigtasuende Bilder von dem “obvious” gemacht werden.

    Obwohl ich die Sagrada Familia von meinem Platz aus jetzt sehen kann, habe ich nur ein oder zwei Bilder dieses Obejkts im Angebot, und die waren damals auch nur zu “testzwecken” entstanden, da die cam neu war, und man ja mal alles mögliche ausprobieren will.

    Wenn Du jetzt nach Barelona kommst, ist das natürlich mit “Reisekosten” verbunden, hier leben aber nun mal ein paar Millionen Leutchen, von denen auch einige ambitioniert am Fotografieren sind, und bei denen eben keine Reisekosten anfallen, die sie weitergeben müssen.

    Und nun kann man “Barcelona” durch fast jeden Ort der Welt erstezen, und Du hast immer irgendwelche “local residents”, die eben auch fotografieren.

    Das Foto von den “Kollegen” im Sonnenblumenfeld ist ja noch harmlos.

    Aber Standardmotive, oder besser noch sog. Postkartenmotive von touristischen Zielen kann man nur mit viel Glück im Standard oder gar Premiumbereich verkaufen, dass Argument der Reisekosten zieht halt wirklich nur ganz bedingt, und wenn es nicht gerade Fotos aus der Antarktis sind, wird man selten der erste/einzige etc sein, der an einem Ort verwertbare Fotos gemacht hat.

    Ich mach es mitlerweile schon so, dass ich geziehlt Souvernirläden aufsuche, um mir einen Überblick über die lokalen Postkartenmotive zu verschaffen, und zwar nicht um diese Nachzufotografieren, sondern eben um diese zu vermeiden, bzw zwar auch noch “mitzunehmen”, aber eben ganz und gar nicht ausschliesslich

    Werde ja nächste Woche nach Cuba düsen, und habe da auch schon im Vorfeld hunderte an Bildern gesichtet, um mich einfach mal grob auf die location einzustimmen/vorzubereiten, und natürlich werde ich auch nen Foto vom Che am Innenministerium mitbringen, dass gehört wohl einfach dazu, aber da gehe ich von vorneherein davon aus, dass es “discount” sein wird, es sei denn, es offenbaren sich mir vor Ort ganz neue Ansichten dieses sujets, die ich von hier aus noch nicht erahnen kann

    Mein Ziel wird es aber vielmehr sein, dass “typsich cubanische” fotografisch herauszuarbeiten, und “the obvious” relativ schnell und schmerzlos abzuhaken.

    Und schlussendlich habe ich auch schon den kompletten Osten aus unserem Programm gestrichen, um eben genug Luft zu haben, ein paar vernünftige Fotos dann wenigstens im Westen machen zu können, insofern “kosten” die natürlich schon, da mit “Entbehrungen” verbunden

  13. michaelkrabs

    Da muss ich aber widersprechen. Mit Glück hat das nichts zu tun. Ich lebe persönlich seit Jahren davon und trotz der Microstocks sind meine Verkäufe bei meinen Partneragenturen kaum zurückgegangen sogar erstaunlich stetig geblieben. (ich spreche hier jetzt nicht von zoonar).

    Es sind eben zwei verschiedene Käuferschichten vorhanden. Grafiker und Designer, die früher viel tricksen mussten, finden heute bei den Microstocks gutes Material zu sehr günstigen Konditionen. Der Pizzabäcker um die Ecke oder das Reisebüro von nebenan zahlen eben nur 300 Euro für einen Flyer. Diese Leute haben auch früher nicht bei den Microstocks gekauft, sondern mehr Handarbeit leisten müssen. Zugegeben, auch professionelle Bildkäufer (Redaktionen beispielsweise) bedienen sich dort zunehmend. Wer aber auf konstante Qualität angewiesen ist kauft meistens noch bei den Macroagenturen.

    Sicher kann sich das in Zukunft noch ändern. Darin liegt ja auch die größte Gefahr für Profi-Fotografen. Auf der anderen Seite mischen jetzt auch viele Profis bei den Microstocks mit. sie produzieren schnelle, günstige Bildserien für die Micros und setzen bei den besonders hochwertigen und teuren Bilder weiterhin auf Macrostocks. Das führt dazu, dass sich anderseits auch immer mehr Amateure in Richtung Mid- und Macrostock orientieren, da die Microstocks immer weniger lukrativ werden (es werden nicht nur immer mehr Fotografen, sondern es kommen eben auch immer mehr Profis hinzu).

    Im Endeffekt haben wir einen sehr undurchsichtigen Markt bei dem es aber weiterhin so sein wird, dass die Macroagenturen bessere Qualitäten bieten können. Es wird also auch inn Zukunft noch so sein, dass Bildkäufer denen es nicht um das Geld sondern um die Qualität geht eher im Macrobereich einkaufen werden.

    Zoonar wurde ja genau aufgrund dieser Entwicklung ins Leben gerufen. In 5-10 Jahren haben wir Agenturen mit 30-40 Millionen Bildern auf beiden Seiten (beispielsweise Alamy im Macrobereich und Fotolia oder Istock im Microbereich). Zoonar hätte dann vielleicht 5-10 Millionen Bilder (man darf ja mal träumen) aber beide Preisklassen. Für Kunden eine enorme Zeitersparnis dann bei uns zu kaufen, denn es sind beide Preisklassen direkt miteinander vergleichbar. Man erspart sich viel Sucherei und kann zudem noch budgetfreundliche Mischkalkulationen aus Micro- und Macrostock erstellen.

    Es wird also spannend bleiben auf dem Bildermarkt.

  14. matthi

    Ja klar, aber in 10 Jahren kauft auch kein Mensch mehr 10 oder 12MP Bilder, dass muss man auch mal realistisch sehen.

    Das technische Fortschritt ist ja eh der grösste Feind der Fotografen heutzutage.

    Wie lange werden auch meine erst noch zu machenden Bilder aus Cuba in 10MP Auflösung überhaupt nen kommerziellen Wert haben ??

    Und was wäre dann die Lösung ??

    In 5 bis 10 Jahren die Reise mit 40 bis 60MP oder mehr noch mal zu widerholen ??

    Wenn man so über die ganze Stockfotografiererei nachdenkt, könnte einem fast schlecht werden….

    Man sollte sich da keinen Illusionen hingeben, die Zeiten werden für Profis im Reisebildermarkt zumindest ziehmlich hart, wenn sie es denn nicht schon sind

    In 10 Jahren, um bei dem Dubaibeispiel zu bleiben, wird sich auch dessen skyline bis zur Unkenntlichkeit verändert haben, Bilder die man heute aktuell verkauft, werden dann eigentlich nur noch als historische Kuriosität einen Interessenten finden

    Und als Fotograf man muss ja froh sein, dass die meisten die Stockfotografie noch nicht einmal für sich entdeckt haben

    Wenn man bedenkt, was an hochwertigem Material allein auf flickr, eyefetch etc “sinnlos herumliegt”, und gar nicht erst zum Verkauf angeboten wird, könnte einem erneut “schlecht werden”, wenn auch diese mal auf die Idee kommen, sich durch Stocksites zumindest ihr Hobby finanzieren zu lassen, aber Spannung ist garantiert, da bin ich voll d´accord

    Man muss sich ja wundern, dass es noch keine Kameras gebundelt mit irgendwelchen fotolia- oder i-stockguthaben gibt, die Idee kommt mir gerade, und vielleicht ist das auch nur noch ne Frage der Zeit, aber ich bin mir sicher, dass in den genannten 10 Jahren sehr viele ihre Bilder bei zoonar oder den Mitbewerbern einstellen werden und die Stockfotografie das Potential zum “Volkssport” hat

  15. Renate Krafft

    Das ist mir jetzt einfach zu beliebig und schweift auch ziemlich vom Thema ab. Ich will aber nochmal einen Grundgedanken von dir auffassen, den ich gut und wichtig finde.
    Ich wohne ja in Hamburg auch in einem touristischen Ballungszentrum und fotografiere auch hauptsächlich dort. Könnte ich mir ja eigentlich ersparen,, wo doch so manche Agentur schon 5000 Hamburg-Bilder hat, oder nicht?
    Nun, diese Bilder verteilen sich im Großen auf 5 Motive: Hafen Bereich Landungsbrücken,Hafencity, Speicherstadt, Michel und Rathaus. Das Ganze in allen Variationen und technischen Finessen. Und sonst???
    Diese Bilder finden sich dann in zahlreichen Agenturen zu den unterschiedlichsten Preisen wieder. Bilder, die dann etwas von diesem Mainstream abweichen, werden häufig gar nicht erst angenommen.
    Es ist doch auch ein Riesenvorteil, vor Ort auf Erkundung zu gehen und das ab zu lichten, was abseits der unmittelbaren touristischen Pfade liegt. Schaue ich zufällig in die Portfolios ortsansässiger Berufsfotografen, dann finde ich solche Bilder in allen möglichen Variationen. Da liegt doch ein großes Potential brach!
    Was weiß ich, was in 10 Jahren los ist und welche Agentur dann welche Bildanforderungen stellt! Es geht jetzt erstmal darum, welches Bild ich zu welchem Preis hier, heute und bei Zoonar anbiete, nicht mehr. Und da sind Orientierungshilfen gefragt, nicht mehr.

  16. matthi

    Das hast Du völlig Recht, deshalb bleibt ja auch die Sagrada Familia als solche erst mal aussen vor.

    Nun sollten wir den Gedanken des Begriffs “Reisefotografie” mal einen Moment näher betrachten, und den potentiellen Einsatz dieser Art von Fotos.

    Natürlich kann man in Barcelona, Hamburg etc, ja im Zweifelsfall sogar in der eigenen Küche noch interessante und vielleicht sogar verkaufbare Motive finden.

    Bloss ein Makro von einem Teil eines Teils der Sagrada Familia würde ich dann schon nicht mehr als Reisefotografie bezeichnen.

    Und ich gebe Dir völlig Recht, dass das ne kreative Herausforderung wäre, nun trotzdem noch ein zusätzlich “nocht nicht fotografiertes” Bild von der Sagrada Familia zu machen.

    Dann sollten wir aber auch ganz zum Urpsrung des Beitrages zurückkehren, zu Christians Bild, und dass ist nun mal ein “obvious”, diese Ansicht würde jeder so oder fast so machen, der da “vorbeikommt”, und deswegen wäre es eigentlich “discount”, soweit scheinen wir uns ja in den Kriterien einig

    Und zum Glück wissen wir nicht, was in 10 Jahren ist, und das beziehe ich jetzt nicht mal nur auf die Fotografie, aber der Ausblick wurde ja in die Diskussion eingebracht und ist völlig legitim und hochinteressant, und zeigt doch vor allem auch, dass der richtige Preis immer nur wenn überhaupt ganz aktuell gefunden werden kann und auch Änderungen im Laufe der Zeit vorgenommen werden sollten, deshalb sollte man aber auch nicht pauschal sagen: “discount kommt für mich bei Reisefotografie grundsätzlich nicht in Frage….”

    Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die allerwenigsten Premium sein werden, bleibt ja eh nur noch “standard” und die Frage erübrigt sich ganz

    Zum Glück sind die Preise ja nicht in Stein gemeisselt und können in beide Richtungen angepasst werden

  17. michaelkrabs

    Wir haben viel geschrieben und sind auch etwas abgeschweift, aber wenn man das alles zusammenfasst hat man doch ein paar sehr gute Faustregeln zur Preisbestimmung:

    Demnach bestimmt sich der Verkaufspreis eines Bildes aus den folgenden Faktoren:

    1. subjektive Einschätzung
    (Was bedeutet mir das Bild, will ich es billig verkaufen?)

    2. Seltenheit des Motivs
    Bilder die es nicht häufig gibt, können höhere Preise erzielen

    3. Aufwand der Bildproduktion
    Model-, Reise- und Studiokosten erhöhen den Wert eines Bildes

    Das könnte doch weiterhelfen oder?

  18. Renate Krafft

    Das nenne ich aber salomonisch! :)

    Immerhin, es gibt ja eine Reihe von Kriterien,die man diskutieren kann, absolute wie relative.Und entscheidend ist wohl, daß man sich überhaupt etwas dazu überlegt.

  19. Andiline

    Vielen Dank für die Kommentare, ich war die letzten Wochen oft unsicher. Aber jetzt habe ich ein besseres Bild, wie ich meine Fotos einordnen sollte.

  20. Jay

    Wozu sollte man in ein paar Jahren nur noch auf Bilder aus 40 oder 60 MP-Kameras zurückgreifen?
    Wird sich das Format der Zeitungen und Magazine ändern?
    Zwei Meter mal ein Meter oder so? Wohl kaum.
    Für den Druck reichen zehn MP doch aus.
    Also zur Ausschnittvergrößerung? Den Ausschnitt lege ich als Fotograf fest.

    Grüße,

    Jay


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